Sárospataki Füzetek 14. (2010)

2010 / 3. szám - TANULMÁNYOK

Die Innenwelt und die aussenwelt in den Psalmen Unser Psalm steht auf der gleichen Ebene, wie die Texte, die sich der ausbreiten­den, alles überwältigenden Macht YHWHs bewusst sind, und die sie Israel und der ganzen Welt bewusst machen wollen. YHWH kann, um seine Schöpfung zu ihrem Ziel zu fuhren, völlig Neues46 tun, und seine Tat macht die völlige Erneuerung des ganzen menschlichen Lebens möglich: nD31p3 'HK nenn írni ETin 3b Dpb ’STD! - und ich gebe euch ein neues Herz, und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres - Ez 36,26. YHWH bestimmt und macht durch sein Tun die Erneuerung möglich (’ITO - Perf.). Völlige Erneuerung lässt sich nur hieraus verstehen (jn^ - Imperf.). Diesem Prozess des Verstehens soll sich der Mensch widmen, damit er diese Er­neuerung, an der YHWH in der Geschichte arbeitet, darstellen kann. Psalm 102 Einleitung In diesem Psalm geht es um die Kämpfe des gottestreuen Menschen, für den sich der ideale Zustand der Nähe Gottes, die Wiederherstellung Israels und der Menschheit, die einträchtige Gotteserkentnis der Bewohner der Erde noch nicht realisiert haben, sogar weiter weg zu sein scheinen denn je. Es ist nicht ausge­schlossen, dass der Gottesfürchtige eine Zeit der Nähe Gottes erlebt hatte, und dachte, dass es ewig dauert. Aber was ewig zu dauern schien, ist jetzt Vergangen­heit. Die Finsternis, Kälte, Einsamkeit der schlaflosen Nächte, die Gottverlassen­heit kann er scheinbar noch mühsamer ertragen, als den Zustand, den der Psalmist erlebt, bevor er im Schutz des Höchsten wohnte, und im Schatten des Allmächti­gen blieb (Ps 91). Er kann nichts im normalen alltäglichen Leben gemessen. Das Essen schmeckt ihm wie Asche, sein Leben hat keinen Sinn mehr, sein Körper ist schwach, begrenzt. Die leidende Gestalt des Psalmes identifiziert sich mit der der Heimatlosen, die von ihrem Vaterland enfernt leiden, und er betet für Israel, Jeru­salem und den Zion, wie es tief in der jüdischen Tradition verwurzelt ist. Neben der psychischen Restitution Israels berührt der Psalm in Verbindung mit Zion auch eine spirituelle Dimension, wozu die Eintracht, der Weltfrieden, die Anwe­senheit Gottes gehören. Der Wunsch des Psalmisten ist, dass der wieder hergestell­te Zustand bis in alle Ewigkeit besteht. Die Struktur Schon im Anfang (Vers 1) spiegeln sich der Gemütszustand und die Überzeugung des Psalmisten wider. Was wir hier in seiner Schrift vor uns haban, ist ein Gebet (nbsn): er ist ein Armer (’313), der schwach ist (^blT) und seine Klage (irPÖ) vor YHWH ausschüttet (“£©'), die wie eine Flut nicht gestoppt werden kann. Die Ver­hedrin 91b. 613; „future TU’ ...when he saw the miracle it entered his mind that HE WOULD SING” — Pentateuch with Targum Onqelos, Haphtaroth and Rashi’s Commentary Exodus 74.; „ordinary future: Then - in the future - will Moses ... sing” - ebd. 241. 46 „The new means a breach in the sense that something similar has never yet been demonstrated. But at the same time former and new are enclosed by continuity. It is in the new that Yhwh holds on to his creational intentions with Israel and through it finally brings his people to completion.” — LEENE, H.: History' and eschatology in Deutero-Isaiah in: Studies in the book of Isaiah: Fest­schrift Willem A. M. Beuken / ed. by J. van Ruiten and M. Vervenne. Leuven 1997 223-249. 234. 2010/3 Sárospataki füzetek 27

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