Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)

Quellen - Zeitungsartikel

Unsere Gruppe von Flüchtlingen wird sicherlich ebenso wie uns in Erin­nerung bleiben, daß ein kleines ungarisches Mädchen bitterlich zu weinen begann, als es den fünfzackigen Stern auf dem Aermel eines amerikanischen Luftwaffensoldaten sah. Es fürchtete sich und dachte, der Soldat sei ein Rotarmist. Sterne - hier weiß, dort rot - dieser unscheinbare Farbunterschied symbolisiert die Kluft zwischen zwei Welten - der, welcher die Ungarn­flüchtlinge nur mit knapper Not entronnen waren, und der, in der sie künftig leben werden. 32. IKZ, 8. Januar 1957 S. 2. DIE UNGARN SIND ENTTÄUSCHT Kadar macht Hoffnungen zunichte Wieder Verhaftungen von „Konterrevolutionären" Unzufriedene Flüchtlinge wollen in ihre Heimat zurück dmt Wien/Düsseldorf, 8. 1. Der ungarischen Bevölkerung hat sich seit Sonntag Enttäuschung und Re­signation bemächtigt. Das Regierungsprogramm Kadars hat alle Hoff­nungen auf eine „polnische Lösung" zerschlagen. Diese Ansicht wird zumin­dest in Wien vertreten. Wie aus Flüchtlingsberichten hervorgeht, war sich Kadar über die Wirkung seiner Rede von vornherein im klaren; er hat aus diesem Grunde zahlreiche Mitglieder der während des Aufstandes gebildeten Revolutionsräte schon in der vergangenen Woche ohne besondere Begründung verhaften lassen, um zu verhindern, daß sein Regierungsprogramm von den „konterrevolutionären Elementen" sofort mit einem Aufruf zum passiven Widerstand beantwortet werde. Andererseits schein: die Budapester Regierung der Bevölkerung neue Be­weise geben zu wollen, daß von einer Rückkehr zu den „vorrevolutionären Terrormaßnahmen" keine Rede sei. Der Immunitätsausschuß des unga­rischen Parlaments wird nach einer Meldung von Radio Budapest schon in aller Kürze einer Reihe ehemaliger Kommunistenführer das Parlamentsman­dat entziehen, so zum Beispiel dem ErzStalinisten Rakosi, seinem Nachfol­ger Gero und dem erst durch die Revolution gestürzten Ministerpräsidenten Hegedues. Eine gewisse Unruhe erfaßte in den letzten Tagen auch viele ungarische Flüchtlinge in den westlichen Ländern. Nicht nur in Schottland, sondern auch in dem Flüchtlingslager Bocholt kam es zu unliebsamen Zwischen­fälen. Wie das nordrhein-wesfälische Arbeits- und Sozialministerium

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