Die frage der Ungarn-Flüchtlinge von 1956 in Iserlohn. Quellensammlunk - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 35. (Nyíregyháza, 2006)
Quellen - Zeitungsartikel
Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes teilt hierzu mit, daß die Unterlagen für die erbetenen Suchdiensthilfen auf internationaler Ebene aufgebaut werden, da die Flüchtlinge aus Ungarn in zahlreichen westlichen Ländern Aufnahme gefunden haben und weiterhin finden. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf stellt in Zusammenarbeit mit den nationalen Rotkreuz-Gesellschaften der betreffenden Länder eine Zentralkartei für alle Ungarnflüchtlinge zusammen. Hierzu ist eine möglichst lückenlose Erfassung dieses Personenkreises Voraussetzung. Für die in das Bundesgebiet kommenden Flüchtlinge aus Ungarn hat der DRK-Suchdienst diese Erfassung übernommen. Sie ist aber nur möglich und kann im Interesse der Flüchtlinge und ihrer Angehörigen und Freunde nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn die Ungarnflüchtlinge selbst jede Adressenänderung, vor allem ihre endgültige Anschrift, von sich aus der zuständigen örtlichen Rotkreuzstelle mitteilen. Dort können auch alle Suchwünsche selbst vorgebracht und aufgenommen werden. Falls sich die Gesuchten nicht im Bundesgebiet befinden, leitet der DRK-Suchdienst diese Anfragen zunächst an die Sonder-Delegation des Internationalen Roten Kreuzes in Wien weiter. Die Anschriften von Flüchtlingen aus Ungarn, die dem Roten Kreuz bei dieser Erfassung bekannt werden, werden nur mit deren Einverständnis an anfragende Personen oder Dienststellen weitergegeben. 29. IKZ, 31. Dezember 1956 S. 8. Die Bilanz in Ungarn: 2000 Tote - 560 Millionen DM Schaden INFLATION UND ARBEITSLOSIGKEIT Das Land am Rande des Ruins Industrie durch Kohle- und Strommangel arbeitsunfähig dpa Budapest/Wien, 31. 12. Ungarn sieht sich zum Jahreswechsel einer äußerst ernsten Wirtschaftslage, der Gefahr einer Inflation und einer Massenarbeitslosigkeit gegenüber. Die ungarische Regierung bemüht sich, der angespannten Lage durch Haushaltseinsparungen, Aufnahme von Anleihen im Ausland, Reorganisation der Verwaltung, Entlassung von Beamten und Angestellten sowie durch erhöhte Einfuhren Herr zu werden. Der ungarische Finanzminister István Kossa erklärte am Wochenende in Budapest, der durch die Revolution angerichtete Schaden belaufe sich auf 1,6 Milliarden Forint (nach amtlichem Kurs 560 Millionen DM).