Fazekas Rózsa: Gróf Károlyi György naplófeljegyzései 1833–1836 - A Szabolcs-Szatmár-Bereg Megyei Levéltár Kiadványai II. Közlemények 26. (Nyíregyháza, 2003)

Függelék - A naplófeljegyzések német nyelvű szövege

wenn die katholische Religion und ihre Gebräuche von unseren Feinden angegriffen und verlacht wird. Ich werde gewiß der Reli­gion, in der ich geboren bin, stets anhänglich bleiben, aber keine Propaganda und keine Kongregation in der Welt wird mich dessen überweisen, daß alle diese Monstrositäten des römischen Kultus in dem Geist der christlichen Religion sind, und aus dem gefunden werden können. Wie war mir erst zu Mute, als ich im Chor die Kastraten singen hörte, hat das auch der Erlöser und seine Aposteln befohlen, oder glaubt man wirklich, es sei Gott gefällig, wenn man Kinder auf die widernatürlichste und unmenschlichste Art verstümmelt, damit sie dereinst in diesem Zustand das Lob des Herrn singen? O! Pfaffen, wieviel Unheiles habt ihr dereinst zu verantworten! Ich habe die Weihnachtsfeiertage ziemlich einsam zugebracht, wie alle Kirchenspäße vorüber waren. Speiste ich allein in meinem Hotel und las bis 10 Vè Uhr, wo ich denn zu faul war, toilette zu machen, um zu Rudolph, neapolitanischen Minister zu gehen, so blieb ich denn bei meinem Kamin und beschäftigte mich so gut, ich konnte bis Mitternacht, wo ich mich zur Ruhe begab. Heute ist noch Feiertag, was mir nicht sehr angenehm ist, weil alles zu ist, und man nichts sehen kann. Ich speise bei unserem Botschafter, abends weiß ich noch nicht, was ich anfangen werde. Ich sehe mit Bedauern, daß ich am Ende meiner lecture bin, die ich mit mir brachte, ich hoffe, daß ich in Neapel Bücher zu leihen bekommen werde. Hier ist in dieser Hinsicht sehr schlecht, es ist ein einziges Lesekabinett, was sehr schlecht bestellt ist, man zahlt ungefähr 5 f. c. m. auf den Monat, bekömmt aber nichts zu lesen, außer ein paar englischen Zeitungen, die ich nur apraire, wenn ich in England bin, von Zeitschriften ist auch außer der Edinburgh und Quarterly Review nichts da. Außerdem ist noch die schöne Einrichtung, daß die Post nur 3 mal die Woche kömmt, und da noch in den Wintermonaten allen Augenblick ausbleibt. Überhaupt muß man sich hier eingewöhnen, um die Genüsse, die man in anderen Hauptstädten findet, zu entsagen. Von öffentlichen Unterhaltungen, die einen Fremden, der nicht immer aufgelegt ist, in Gesellschaft zu gehen, beinahe unentberlich sind, ist hier keine Rede. Eine große Anwöhnlichkeit, die ich für eine Hauptursache halte, warum die Fremden Rom so gerne haben, ist, daß man die Vormittage so angenehm und nützlich zubringen kann, und das macht gewiß, daß man dabei auf mehr frivole Unterhaltung leichter Verzicht leistet. Ich glaube, man könnte Jahre lang hier verweilen, und man hätte im Fache (!) der Künste und Altertumskunde immer neuen Stoff, um neue Erfahrungen zu

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