Ein Führer zur Stadtgeschicte und zum Archiv (Székesfehérvár, 2003)

GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK ÜBER SZÉKESFEHÉRVÁR

Die drei Monate lange militärische Besetzung brachte mit sich, daß die Bevölkerung der Stadt auf die Hälfte zurückfiel, ein Drittel der Gebäuden wurde nicht mehr bewohnbar, laut Statistiken war die Stadt die dritte meistgelittene Stadt in Ungarn. Da die geflohenen Bürger nur zum Teil zurückkehrten, erreichte die Bevölkerungszahl erst Anfang der 1950-er Jahre das Niveau des Jahres 1944. In der Koalitionszeit nach dem Zweiten Weltkrieg bekamen bei den beiden Wahlen die bürgerlichen Parteien Mandate. Bei den Wah­len am 4-ten November 1945 ergriff die Partei der kleinen Landwirte die absolute Mehrheit, im August 1947 gewann der christliche Frau­enverein mit 26% der Voten. Die Stadt wurde 1950 - nach Einführung des Ratsvstems - bei­spiellos in der Stadtgeschichte dem Bezirksrat unterzogen, sie wurde erst nach 4 Jahren davon frei und sie gehörte dem Komitatsrat. Székesfehérvár gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den in­tensiv entwickelnden Städten. Aber aus dem Aspekt der Industrie und Strukturänderung waren die Entwicklungen in den 1950-er Jahren nicht besonders bedeutend. Die Entwicklung der Stadt wurde auch dadurch behindert, daß das Komitat zwei Zentrale hatte. Dunapente­le (heute Dunaújváros) kostete viel Geld (Industrie, Infrastruktur, Bauarbeite), diese Quellen wurden dem Komitatssitz entzogen. Die Bewegung der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 fing mit den Anforderungen und Protesten der Studenten an. Im Mittelpunkt der Ereignisse standen auch in den nachfolgenden Tagen die Proteste, denen sich nach dem Salvenfeuer am 24-sten Ok­tober auch die Arbeiter der Fabriken und Behörden anschlössen. Das nächste bedeutendere Ereignis war die Gründung des Székesfehér­várer Nationalgremiums am 27-sten Oktober. Nach dem Vorschlag dieser Körperschaft wurden der Transdanubische Nationalrat und der Militärische Revolutionsrat von Transdanubien ins Leben gerufen. Der Vereinigte Arbeiterrat wurde zur einheitlichen Leitung der größe­ren Betriebe der Stadt, zur Harmonisierung der Forderungen und der Arbeit gegründet. Diese zwei Körperschaften zogen die völlige politi­sche und wirtschaftliche Verwaltung der Stadt zu sich. Dank ihrer Ar­beit wurde Székesfehérvár nicht zum Schauplatz von größeren Kämp­fen. Die Revolutionsbewegung wurde konsolidierter.

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