Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Die Schriften von János Brenner
Vogel fangen, der neben dem Köder sitzt und pfeift. Der Fischer trommelt am Flussufer nicht, wenn er Fische fangen will. Gott handelt aber nicht so. Er trommelt und verkündigt das Jüngste Gericht, denn er will Menschenseelen fangen. Er handelt wie eine Mutter. Sie lockt ihr Kind zu sich und wenn es auf gutes Wort nicht hört, erschreckt sie es und knallt, damit die Furcht es in ihre Arme treibt. Gott will auch eine heilsame Furcht in uns erwecken, deshalb hat er das Jüngste Gericht verkündigt. Das ist das Gericht, das den Sündern Schande bringt und den Guten Freude. Die Seligkeit wird unser Herz erfüllen, denn Christus wird unser Richter sein, der uns so geliebt hat, dass er für uns sein Leben am Kreuz geopfert hat. Der auf den Wolken kommende Christus ist der Gleiche, der das Kreuz auf seinen Schultern trug und dreimal zu Boden fiel. Der gleiche Jesus wird unser Richter sein, dessen heiliger Leib und heiliges Blut unsere Seele genährt hat. Meine lieben Schwestern und Brüder! Jesus sagte, dass keiner den Tag und die Stunde kennt, die Gott in seiner ewigen Weisheit bestimmt hat. Da der Mensch sie nicht kennt, soll er ständig bereit sein, wie die Frau, die ihren Sohn oder ihren Mann nach einer langen Reise erwartet. Sie legt sich nicht hin, selbst wenn der Zug erst zu später Zeit ankommt. Wir sollen auch zu jeder Zeit bereit sein. Der heilige Paulus macht uns aufmerksam: „Seid nüchtern und wachsam!“ Wir sollen wachen wie die Kirche zur Rorate-Messe wacht, mit Fasten, Gebet und Buße. Wir sollen darauf achten, dass das Feuer in unseren Leuchtern nicht erlischt, wie bei den klugen Jungfrauen. Und wenn Jesus in der Mitte der Nacht kommt, dürfen wir mit ihm zusammen zum ewigen Hochzeitsmahl hineingehen. Amen. 184