Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Die Schriften von János Brenner

Weihnachten 25. Dezember 1955 Liebe Schwestern und Brüder in Christus! In der Welt frösteln die Seelen auch heute noch. Dies wird durch die Bescherung und das Bescherungsfieber nicht gemildert. Die Welt kann nicht leben. Die Geschichte erlebt eines ihrer schwierigsten Zeitalter. Krisen sind zu allgemeinen Erscheinungen geworden. Alles ist in die Krise geraten: Das Individuum, die Gemeinschaft, die Industrie und die Landwirtschaft. Die größte Krise ist aber die Wurzellosigkeit der Seelen. Die Menschheit hat ihre Heimat verloren. Auf vielen Wegen versuchen die Menschen um sich herum eine Heimat aufzubauen. Aber alle menschlichen Bemühungen sind erfolglos. Aber die Menschen wollen Christus nicht. Die gläubige Gemeinschaft Christi wirft sich jedoch an diesem Tag vor einer winzigen Krippe in Anbetung nieder. Sie will alle herbringen, damit der durch den Engel verkündete Friede in allen Herzen wohne. Als ob diese kleine Herde sich um die Qualen der verfallenden Menschheit gar nicht kümmern würde. In den Augen der Welt scheint es wirklich verrückt zu sein, bei diesen Problemen die Zeit auf Knien vor einem Säugling zu verbringen: Infantilität und unmännliche, feige Flucht vor den Schwierigkeiten. Die Gemeinschaft Christi, die Kirche kniet jedoch frohen Herzens an der strahlenden Krippe des Erlösers. Die Kirche weiß zu leben. Sie weiß, dass alle menschlichen Probleme ihre Lösungen in dieser Tat hier finden. In der frostigen Welt der Seelen besingt die Kirche den Frühling. Das Kind in der Krippe lehrt es sie. Die Kirche weiß darum, dass der Sohn Gottes nicht 185

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