Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Mitpriester über den Märtyrer
Sicherheitsbehörde geleitet, die schon dadurch bekannt waren, dass sie die Priester im Bistum Szombathely nachts aufgesucht und geschlagen hatten. Die Mörder sind bis heute in ein Geheimnis gehüllt. Über das Martyrium durfte man nicht reden, die Bilder von János Brenner wurden beschlagnahmt und das im Priesterseminar in Győr von der Wand abgehängt. Am 18. Dezember 1957 brachte Sándor Kovács hier in der Krypta dieser Kirche die irdischen Überreste von János Brenner zur letzten Ruhe. Liebe Schwestern und Brüder, heute haben wir uns an diesem Ort versammelt und erinnern uns an die Geschichte seines Martyriums. Als ich mich auf die Predigt vorbereitete und sein Leben betrachtete, stellte ich mir die Frage, worauf mich die Person und das Leben von János Brenner aufmerksam macht. Auf zwei Dinge. Zum einen: Man soll nach der Vollkommenheit und Heiligkeit streben; zum zweiten: Seine Person mahnt und erinnert uns, dass sich die Schicksalstragödien unserer Nation nie mehr wiederholen dürfen. Heiligkeit und Vollkommenheit. Die folgenden Sätze aus dem geistlichen Tagebuch von János Brenner inspirieren mich dazu. „Mein Herr, Du weißt, dass ich kein Glück hier auf Erden suche, alles habe ich ja auf Dich gesetzt ... Ich weiß, dass Du die Deinigen vor Leiden nicht verschonst Heiligkeit und Vollkommenheit. Diese Begriffe sind für uns so schwer zugänglich. Seid vollkommen wie auch euer himmlischer Vater vollkommen ist, lesen wir im Matthäusevangelium. Dasselbe schreibt der heilige Petrus in seinem Brief: „Seid heilig wie auch ich heilig bin.“ Aber wo und wann entfaltet sich wirklich die Heiligkeit? Wann und wo schlägt sie Wurzeln? Liebe Schwestern und Brüder! In der Kindheit und in der Familie. Wenn die Familie gemeinsam betet. So tat die Familie Brenner jeden Tag. Sie beteten gemeinsam. Nur auf diese Weise kann man ein glückliches und aus166