Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

geglichenes Familienleben haben, wenn Gott auch im Alltag gegenwärtig ist. Wenn in einer Familie der Glaube gedeiht, dort gibt es Liebe, Frieden und Segen, und wo diese anwesend sind, dort ist Gott selbst da. ln der Familie Brenner wurde der Rosenkranz gemeinsam gebetet. Jedes der Kinder erhielt in der Taufe Maria als zweiten Namen, was auf die Marienverehrung der Familie hinweist. Wenn wir heute erwarten, dass unsere Jugendlichen den Ruf Gottes hören, wie ihn die drei Brüder in dieser Familie damals gehört hatten, brauchen wir gute christliche Familien. Familien, in denen gebetet wird, in denen das Licht des Evangeliums den Alltag durchdringt und wo alle gemeinsam den Weg zur heiligen Messe gehen. Unser Herr Jesus Christus verzichtete in seinem irdischen Leben auf vieles. Auf eines aber nicht, und zwar, dass er in einer Familie geboren worden und aufgewachsen war. Die Heiligkeit und das Streben danach sind in der Familie verwurzelt. Das zweite, worauf der ermordete Märtyrer János Brenner uns Ungarn heute aufmerksam macht, sind die Schicksalstragödien unserer Nation. Er mahnt uns, dass diese Schicksalstragödien sich nie wiederholen dürfen. Nach der blutigen Niederschlagung des Aufstandes und Freiheitskampfes 1956 erlitten nicht nur diejenigen Vergeltung, die an den Ereignissen des Aufstandes teilgenommen hatten, son­dern auch diejenigen, die sich aufgrund ihrer Weltanschauung und der daraus folgenden Lebensweise mit der Partei und dem Staat konfrontiert sahen. Die Verfolgung der katholischen Kirche begann im Sommer 1948 mit der Säkularisation der kirchlichen Schulen, dann wurden die Orden zwangsaufgelöst, Priester und Laien verunglimpft, eingekerkert und getötet. In diesem geschichtlichen Milieu lebte János Brenner, der als Gymnasiast von der Säkularisation der Schulen und in Zirc im Sommer 1950 von der Aufhebung der Orden betroffen war und es durchlitt. 167

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