Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Mitpriester über den Märtyrer

ungarischen Volkes in die Leidensgeschichte Christi eingebettet miterleben konnten. Am Ende des Stückes stiegen die Lichter der Freilichtbühne in der Form eines großen leuchtenden Kreuzes herunter und in einer musikalischen Einlage wurden die Namen derjenigen aufgezählt, die in der ungarischen Geschichte physisch gelitten und ihr Leben für das Vaterland geopfert hatten. Zu den vielen ungarischen Märtyrern mit oder ohne Namen gehört auch János Brenner, der ehemalige Kaplan von Rábakethely, dessen wir jetzt im Millenniumsjahr der Ungarn am Weihetag der Kapelle zu seinem Gedächtnis in der Eucharistiefeier gedenken. Wir feiern den Weihetag der Kapelle, die deswegen errichtet wurde, weil das vergossene Blut unseres jungen Priesterbruders diesen Boden geheiligt und geweiht hatte und er die Palme des Martyriums von seinem Meister in der Nacht vom 15. Dezember 1957 hier erhalten hatte. János Brenner ist das Opfer der Freiheit des christlichen Ungartums. Die Vergeltung nach dem Aufstand und Freiheitskampf 1956 forderte viele Opfer in unserem Land. Sein Mord ist jedoch keine Vergeltung, der sanftmütige und junge Seelsorger hatte ja an den Ereignissen 1956 nicht teilgenommen. Der Mord von János Brenner diente der Verängstigung des gläubigen ungarischen Volkes: Das Volk darf bloß nie mehr den Anspruch auf die Religionsfreiheit erheben! Die Ermittlung gab dann Anlass, die Einwohner der betroffenen Dörfer auf grausame Weise zu verhören, sie zu foltern und ver­stummen zu lassen. Deshalb kam er ans Kreuz der Ungarn als Opfer für sein Vaterland und sein Volk. Was bedeutet denn das Opfer? In der Heiligen Schrift haben wir die erste Antwort auf unsere Frage beim Opfer des Abel bekom­men. Abel liebte Gott, seinen Schöpfer, sehr. Er wollte seine 157

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