Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)
Mitpriester über den Märtyrer
Liebe auch dadurch erweisen, dass er auf etwas Kostbares verzichtete, was ihm am meisten bedeutete und das dem Herrn schenkte. Abel wusste darum, dass Gott durch das Opfer letztendlich ihn selbst will, deshalb soll er etwas geben, was ihm so kostbar ist, dass er selbst in diesem Geschenk ist. Abel verzichtete deswegen auf sein liebstes Lamm und legte es auf den Altar. Der Rauch des Opfers stieg als Säule vor Gott empor. Vom Nachbaraltar kam stinkender Rauch ihm entgegen, der Rauch der leeren Ähren und der faulen Früchte von Kain. Gott gibt sich mit Resten, mit Überflüssigem und mit geheucheltem Opfer nicht zufrieden. Das Herz von Kain wurde von Neid erfüllt und er griff seinen Bruder an. Abel hörte einen schrecklichen Schrei und spürte einen mächtigen Schlag in seinem Nacken. Während er stürzte, blickte er noch den Rauch seines reinen Opfers an. Der Herr nahm sein Opfer, ihn selbst, entgegen. János Brenner schrieb in seinen geistlichen Aufzeichnungen: „Ich gehöre ganz dir, du hast mich an dich gefesselt mit den ewigstarken Fesseln der Liebe ... Deine Wege sind so sehr die meinen, dass ich fast aus mir heraus gar nicht leben kann. “ Was brachte der junge Levit in diesen Sätzen zum Ausdruck? Die Liebe zu Gott über allem, die Nachfolge Jesu, die Verkündigung seiner Lehre trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, auf den Spuren Jesu gehen, den Kreuzweg annehmen. Deshalb entschloss er sich, als Zisterzienser Erzieher und Lehrer der Jugendlichen und Kinder zu werden. Das erträumte mönchische Leben ist ihm aber nicht zuteil geworden. Eine kurze Zeit lang wurde doch die Sehnsucht seines Herzens erfüllt: Unter den Jugendlichen und Kindern durfte er seinen Meister, der Samen sät, nachahmen. Nicht in komfortablen Lehrsälen der Ordensschulen, sondern auf unwegsamen Wegen bei beißender Kälte brachte er das Evangelium nicht nur den Kindern, sondern auch den Kranken, den Alten und den Gläubigen in Rábakethely. Sein Engagement 158