Császár István - Soós Viktor Attila: Der ungarische Tarsitius. Das Leben und Martyrium von János Brenner, 1931-1957 (Szombathely, 2003)

Bekenntnisse

Nacht ein Priester getötet worden war, und die Umstände noch ungeklärt sind. „Lasset uns für ihn beten, liebe Gemeinde!“ Die erste Träne rann mir damals ... - unbekannt. Wir stellten uns die Priester immer so gütig vor. Wer hatte etwas gegen ihn? In Eile lief ich nach Hause meinen Eltern zu berichten, dass irgendwo ein Priester getötet worden war. Ich kannte weder seinen Namen noch den Ort, beide waren mir fremd. Ich fragte meinen Vater, warum man das getan hatte. Er sagte nur: Meine Tochter, du verstehst es noch nicht. Seine Antwort war einleuchtend, denn er erlebte auch die Hölle der russischen Gefangenschaft. 28 Monate war er in russischer Gefangenschaft, worüber er nicht reden durfte. Wenn aber ein Kind keine befriedigende Antwort bekommt, wird es sich ein Leben lang mit der Frage beschäftigen. Bis heute ist die Sache ungeklärt geblieben, seit­dem der Herr Pfarrer die Nachricht kundgab.- Wie alt waren Sie damals?- 9 Jahre alt. József Brenner- Der Mord geschah kurz vor Weihnachten. In der Hinterlassenschaft von Kaplan Brenner haben Sie eine Karte, einen Weihnachtsgruß an Sie gefunden, die er nicht mehr auf die Post geben konnte.- Neulich entdeckten wir auch eine Karte an die Eltern, die er noch auf die Post gab, allerdings ohne Datum. Er wünscht frohe Weihnachten und schreibt, dass er zu Weihnachten nicht nach Hause kommen kann, aber sobald er kann, kommt er.- Sobald er kann, kommt er.- Ja, nach Weihnachten.- Aber er konnte nicht.- Nein. 118

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