F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1999/1-2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1999)

KIÁLLÍTÁS - Bujdosó Győző: Sedlmayr János Ybl-díjas építész „Műemlékek elvi rekonstrukciói” című kiállításáról

Győző BUJDOSÓ ÜBER DIE AUSSTELLUNG „THEORETISCHE REKONSTRUK­TION VON BAUDENKMÄLERN" ARCHITEKT JÁNOS SEDL­MAYR Titel der Ausstellung könnte sein: Theoretische Rekonstruktion der Baudenkmäler, oder Theoretische Rekonstruktion von Baudenkmälern. Aber János Sedlmayr beülte seine Exposition in der Kellergalerie des Landesamtes für Denkmalschutz ohne Artikel und in Plural, er wollte damit vielleicht kennzeichnen, daß es sich hier um einzelne konkrete Baudenkmäler handelt, bei denen verschiedene Rekonstruktionen möglich sind. Die Texttafel am Anfang der Ausstellung definiert diese im Titel angegebene Tätigkeit mit einer für einen Architekten charakteristischen Kompaktheit. Skizzenhaft gruppiert er die Aufgaben des Fachmanns, der eine Rekonstruktion anfertigt: Neben dem Kennenlernen, der Kontrolle und Übergabe der Forschungsergebnisse muß er Ingenieurarbeit verrichten, die Baukonstruktionen kennen, über grafische Fertigkeit und ein Wissen verfügen, das man his­torische Schulung, auch Allgemeinwissen bezeichnen kann. Auf dem nächsten Tableau sind gleich die Detailzeichnungen einer Vermessungs­arbeit zu sehen, es handelt sich um eine lineare, zielstrebige, man kann sagen splitterige Zeichnung aus dem Jahre 1967, sie dokumentieren die Erhabenheit einer gründlichen Vermessungsarbeit mit künstlerischem Anspruch. Grundsätzlich anders ist die nächste Tafel, die ebenfalls Vértesszentkereszt zum Thema hat. Es ist eine theoretische Rekonstruktion der Kirche von 1969. Die drei senkrechten Flächen der drei Zeichnungen (vielleicht Federzeichnung auf Pauspapier, Fotokopie) bilden nebeneinander elegante Komposition mit ausgeglichener Flecken­wirkung. Das splittrige Gerüst der Zeichenserie modellieren lockere Federstriche, er­geben etwas visionäre, dreidimensionale Bilder. Es ist meisterhaft, wie auf diesen Zeichnungen das Gleichgewicht von Bekanntem und Unbekanntem, Linearem und Flächigem beim Betrachter das Bild des heute nicht mehr zu sehenden Gebäudes her­vorruft. Die Liebe des Objekts, die Begeisterung und Aufregung sind nicht zu überse­hen, wenn die Zeichnung fertig wird. Desweiteren sind die Rekonstruktionszeichnungen der Burg von Nagyvázsony und des Burgsystems von Visegrád. (Das letztere zugleich in verschiedenen Zeiten.) Die Federzeichnungen bieten ein umfassenderes, entfernteres Bild, wie bei Vértesszentke­reszt, die details sind weniger zu erkennen, die Modellierung unterstützen kompakte Tuscheschatten, obwohl die Splitterung der Federzeichnung auch hier charakteristisch ist. János Sedlmayr arbeitet hier mit einem anderen Zeichenstil, er gebaruchteinfache, offene, lineare Bildstrukturen. Seine Soproner Serie beginnt mit zwei Ansichtszeichnungen der Römerzeit aus dem Jahre 1992. Das Forum ist aus zwei Richtungen, ebenfalls mit splittrig-linearer Fe­derzeichnung dargestellt. Anhand der Zeichnungen kann man sich nicht nur die gut rekonstruierbaren Dimensionen, den Maßstab der Stadt provincia beli vorstellen, son-

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