F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1999/1-2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1999)
KIÁLLÍTÁS - Bujdosó Győző: Sedlmayr János Ybl-díjas építész „Műemlékek elvi rekonstrukciói” című kiállításáról
dem man fühlt (oder zumindest denke ich sie zu fühlen) auch die bescheidenere finanzielle Erscheinung der Gebäude, die billigere, kulissenähnliche Welt des Terrakotta und Stuck. Auch die Lichter sind scheinbar herbstlicher, pannonischer. Dieser Wille des Vorzeigens, der auch die Filmplanung und die Welt der Modelle heraufbeschwört, ist fesselnd und zeigt gut, das das Genre der Zeichnungen breiter ist, als die rein wissenschaftliche Erkenntnis, ist populärwissenschaftlich, von elementaler Kraft, auch für das Publikum verständlich und genießbar. Auch das ist augenfällig, daß sie von einem Menschen gezeichnet wurde, der über morfologischeKenntnisse und Stilgefühl verfügt. Das Bild der Soproner Innenstadt um 1440, das 1988 angefertigt wurde, ist deshalb überwältigend, weil es so komponiert ist, daß es dem Betrachter mit der Darstellung der Ziegenkirche, des Stadtturms und der Mauern, des Platz- und Straßensystems sofort sicheren Ausgangspunkt bietet. Sein Ziel, die Präsentation der beiden rekonstruierten Synagogen in der mittelalterlichen Stadt, erfüllt es dagegen dermaßen, daß er jene sorgfältiger ausarbeitet, denn diese haben wir nach ihrer Freilegung gründlicher kennengelernt, so entsteht wegen der Arbeitsökonomie des Zeichnens ein bildliches Gleichgewicht, in harmonischem Blickwinkel, Bildausschnitt erscheint eine mit Linien modellierte Stadt, nur in unserer Phantasie, aus der wir bestimmte Elemente besser kennen, und damit können wir uns auf dem Bild besser orientieren. Von hier ist es nur noch ein Schritt, daß der Betrachter in Gedanken auf den gezeichneten Straßen losgeht. Auf dem nächsten Bild ist die Zustands-Rekonstruktion eines der beiden Synagogen um 1360 und 1480 zu sehen, sie entstand 1996 und bildet einen der Höhepunkte des Oeuvres des Architekten. Über den Zustand des Gebäudeensembles auf der Nordseite des Soproner Fő tér um 1400, 1500 und 1700 entstanden je eine Rekonstruktionszeichnung. Über die sachliche, wissenschaftliche Mitteilung hinaus sind auch hier die Skizzenhaftigkeit und die Sicherheit der Kompositionen beachtenswert. Das erste weist auf die Sicherheit bzw. Unsicherheit der wissenschaftlichen Kenntnisse hin, das letztere zwingt zur Aufmerksamkeit und Vertiefung. Auf den Zeichnungen sind die einzelnen Elemente der Häuser zu erkennen, die (vielleicht nur) die Forschung freigelegt hat, sowie die typischen Elemente, die Änderung des Haustyps, der Dachkante und die der Identifizierung dienenden charakteristischen Elemente: Stadtturm, Platzwand ... János Sedlmayr mußte balancieren, denn der Informationsgehalt des letzten Stadiums ist am reichsten, dieser Zustand ist am bekanntesten, die drei Bilder sind doch gleichberechtigt, sie bilden einen Vorgang, ähnlich einem Zeichentrickfilm oder Bilderroman. Die Auswahl geschah sicherlich auf Grund der Arbeiten des schaffenden - wiederherstellenden Architekten, auch die Zeichnungen der Kirchen von Sopronhorpács oder Tar entstanden ebenfalls auf dem Konstruktionstisch des Architekten. Gerade das ist überwältigend, daß er neben der alltäglichen Arbeit gerade für diese Zeit fand. Die persönliche Vermessung ist sowieso sehr nützlich für einen Konstrukteur, auch in der Spezialisierung unserer Zeit, aber im Bereich der Denkmäler ist dies „unerläßlicher Luxus". Bei den Zustandszeichnungen der Burgkathedrale in Eger sieht man in verschiedenen Zeiten unterschiedliche Zeichenstile von der konstruierten Perspektive bis zur lockeren Skizze. Die letztere charakterisiert die Zeichnung des letzten Zustandes vom Ende des 15. Jahrhunderts. Diese lockere, feine Zeichnung ist auch deshalb eine gute Wahl,