F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1998/2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1998)
MŰHELY - Iványosi-Szabó Andrea: A Csongrád-ellésmonostori árpád-kori templom építő- és díszítőkőanyagának kőzettani, földrajzi vizsgálata
Andrea IVÁNYOSI-SZABÓ DIE PETROLOGISCH-GEOGRAPHISCHE UNTERSUCHUNG DER BAU- UND ZIERSTEINE DER KIRCHE AUS DER ARP A DEN-ZEIT IN CSONGRÁD-ELLÉSMONOSTOR Die Untersuchung des Gesteinsmaterials der archäologischen Ausgrabungen in Csongrád-EUésmonostor erfolgte 1993-94 vor Ort bzw. im Depot des Tari László Museums in Csongrád. Bei der Separierung der Gesteinsarten wurde in manchen Fällen am Lehrstuhl für Geologie und Paläontologie der József Attila Universität in Szeged auch Dünnschliff angefertigt, bei einigen Typen konnte man aber nur makroskopische Analyse durchführen. Aufgrund der petrologischen Untersuchungen der erhaltenen Schnitzwerke der Kirche des zerstörten Münsters aus der Arpaden-Zeit können wir folgendes sagen: Das Gesteinsmaterial stammt wahrscheinlich aus verschiedenen, voneinander entfernt liegenden Gebieten des Kárpáten-Beckens: der Zinnober-Kalkstein aus dem GerecseGebirge, der Sarmata-Kalkstein, der „Kárpáter" Sandstein, der Süßwasser-Kalkstein und der Marmor aus Siebenbürgen, der Rhyolithtuff aus dem Nördlichen Mittelgebirge. Die Bau- und Ziersteine gelangten entsprechend der verkehrs-geographischen sowie wirtschaftlichen Umstände der Zeit mit großer Wahrscheinlichkeit mit Hilfe der Fluß-Schiffahrt an den Bauort. Der zum Fundament gebrauchte Seedolomit-Kalkstein, der sog. Wespenstein, stammt aus der Donau-Theiß-Zwischenregion. Die Ziegeln des Münsters wurden vermutlich 2,5 km nordöstlich vom Ellés-Hügel in der Ziegelbrennerei von Várhát gefertigt. Die Untersuchungsergebnisse können die Vergleiche der Gesteinsmaterialien mit denen der vermutlichen Bergbaustellen bzw. anderer Baudenkmäler untermauern. Beim Baumaterial konnte dies bei den Gesteinen von Székkutas-Kápolnásdűlő sowie den Steinmetzarbeiten des Franziskanerklosters aus Szeged-Alsóváros erfolgen. Weiteren Anhaltspunkt kann auch das Studium der Beziehungen und Besitzverhältnisse der Familie des Bauherrn geben. Die petrologische Analyse der Bau- und Ziersteine der Kirche kann auf diese Weise den Archäologen und Kunsthistorikern helfen.