F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1998/1. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1998)
MŰHELY - Somorjay Sélysette: 18. századi városi lakóépületek belső kialakítása. Funkció és dekoráció kapcsolata a lakóhelyiségekben
Sélysette SOMORJAY DIE INNERE GESTALTUNG VON STÄDTISCHEN WOHNHÄUSERN IM 18. JAHRHUNDERTS Zusarnrnenhang von Funktion und Dekoration in Wohnräumen Bei der Forschung der inneren Gestaltung von Wohnhäusern können wir uns vor Allem auf Invertare, zeitgenössische Aufzeichnungen und auf die Ergebnisse von Erschließungen stützen. Wenn wir unsere Untersuchungen nicht nur auf ein einziges Objekt beschränken, sondern die rekonstruktierten Grundriße, Inventare, die im Laufe der Freilegungen registrierten Wandmalereinen in Zusammenhang inlerprtierten, so können wir zu einigen allgemeinen Feststellungen die Wohnräume des 18. Jahrhunderts betreffend gelangen. Deshalb machen wir zunähst einen Versuch innerhalb von städtischen Wohngebäuden des 18. Jahrhunderts aufgrund zeitgenössischer Inventare die Verwendung der einzelnen Räume zu bestimmen und mit Hilfe der Komplexe von bekannten Wandmalereinen einen Zusammenhang zwischen der verschiedenen Raumtypen sowie den wiederkehrenden Motiven der Dekorationen zu suchen. Der Besitzer des Gebäudes Szécheny-Platz 10. in der Innenstadt von Pécs war 1783 - zur vermutlichen Entstehungszeit der Wandmalereinen - der Vizegespan des Komitats Baranya. Die Grundlage zum Grundriß und aus der Vereinigung von zwei Häusern entstandenen Fassadenrekonstruktion boten die Wandmalereinen und die durch Erschließung erkannten Konstruktionserscheinungen. Der Mittelpunkt des Grundrißsystems ist ein größeres Zimmer, „Festsaal", dem sich nord - und südwärts stufenweise verkleinernde Räume anschließen. Aus dem Karakter der freigelegten Meiereien - verglichen mit den grundrißlichen Gegebenheiten konnte man auf die Verwendung der einzelnen Zimmer folgern. Das Grundrißsystein des erwähnten Schönherr-Hauses zeigt eine auffallende Ähnlichkeit mit dem des Grassalkovich-Palais zu Gyöngyös, welches vermutlich zwischen 1741 und 1750 gebaut wurde. Nachdem der ursprünglich einstöckige Palais anfang des 20. Jahrhunderts umgebaut wurde, diente nebst der Erschließung am Gebäude selbst ein 1777 verfaßtes Inventar als grundlegende Quelle bei Bestimmung der einstigen Funktion und der Entstehung der Dekorationen. Nördlich und südlich von dem größten mittleren Raum dienten die Zimmer als Bibliothek, bzw. Kupferstichkabinett. Das nordöstliche Zimmer war das Schlafzimmer mit Kabinett und Zofenzimmer. Die Bezeichnung der weiteren Räume ist allgemeiner (Kabinett, Eckzimmer). Doch erlauben die Hinweise auf die Wandflächen und Möbel weitere Folgerungen. Bei der Bestimmung der einstigen Verwendung der Zimmer aufgrund der Wanddekorationen halten wir die Innenarchitektonischen Ratschläge in der zeitgenössischen Fachliteratur für Wegweiser. Die Fachliteratur empfiehlt im Wesentlichen die entsprechende Anwendung von drei Grundtypen (architektonische Gliederung, Holztäfelung mit Gemälden in den Panneaus, Tapete.)