F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1998/1. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1998)
MŰHELY - Somorjay Sélysette: 18. századi városi lakóépületek belső kialakítása. Funkció és dekoráció kapcsolata a lakóhelyiségekben
Das Zichy-Palais zu Győr (Liszt Ferenc utca 20.) ähnelt stark dem Palais von Gyöngyös in der inneren Anordnung, in der architektonischen Anlage des Treppenhauses und des Vorraums im Oberstock, sowie in der vom mittleren Prunksaal ausgehende Zimmerflucht. Trotzdem weist das völlig vermietet Erdgesoß, die verhältnismäßig wenigen Schlafzimmer, das Fehlen von Kabinetten und nicht zuletzt der anstatt einer Sala Terrena zu ebener Erde - in die Zimmerflucht des Oberstocks erhobene „Gartensaal" weisen darauf hin, daß das Palais in Győr für kürzere Übergangsaufenthalte bestimmt war, wogegen das Gebäude in Gyöngyös im Gutszentrum mit Rezidenzkarakter gebaut wurde. In Győr stand uns kein Inventar zur Verfügung, die Erschließung brachte jedoch mehrere Schichten von Wandmalereinen zum Vorschein, deren Rekonstruktion bewies, daß die Wandmalereinen des 18. Jahrhunderts die innerarchitektonischen Prinzipe der zeitgenössischen Traktate befolgten. Ein anderes Gebäude in Győr (Kazinczy utca 20.) war - anders als die Bishering 1753 nicht in adeligem, sondern in bürgerlichem Besitz, als von den dortigen Mobilien ein ausführliches Nachlaßinventar verfaßt wurde. Der aufgrund der Mauerforschung rekonstruierte Grundriß weicht von dem zuvor Besprochenen völig ab. Es gibt kein repräsentatives Treppenhaus, der Verkehr zwischen den Wohnräumen ist zufallmässig und bewahrt noch in vielen Hinsichten den Zustand vom 17. Jahrhunderts. Von funktionalem Gesichtspunkt ist es interessant, daß auch eine Bibliothek als selbständiger Raum erscheint, wird aber nicht als solche erwähnt. Der bedeutende Unterschied zwischen den Wohnhäuser des Adels und der Bürgerschaft verschwindet im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts allmählich und eine aus dem Grundriß und Interieurs abstammende Form entsteht. Die drei Wohnräume: Empfangzimmer, Salon und Schlafzimmer auf dem Piano nobile wird allgemeinen. Das mit architektonischer Malerei geschmükte mittlere Zimmer im Fabricius-Haus in Sopron zeigt klar, daß die Wandbehandlung noch eine geraume Zeit lang die Grundtypen der theoretischen Literatur befolgte. Selbst in den getäfelten oder mit Tapeten überzogenen Räumen gab es bevorzugte Motive, in Ersteren römische Kaiserportraits, in Letzteren exotische Landschaften, welche in der Wandmalerei als zu selbständigem Leben erwachte Formelemente mit der Zeit karakteristisch für den einen oder anderen Typ wurden.