F. Mentényi Klára szerk.: Műemlékvédelmi Szemle 1994/2. szám Az Országos Műemléki Felügyelőség tájékoztatója (Budapest, 1994)

KIÁLLÍTÁS - Lővei Pál: „Közép-európai barokk kezdeményezés"

Pál LŐVEI DIE MITTELEUROPÄISCHEN AUSSTELLUNGEN DES „JAHRES DES BAROCKS" Die Idee der Vorstellung der mitteleuropäischen Barockkunst in einer internationalen Ausstellungsserie wurde 1990 von den Italienern aufgeworfen. Im Einklang mit dem Barockprogramm der UNESCO und des Europarates haben Österreich, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Polen, Ungarn und Italien 1991 eine Konvention unterschrieben. Schließlich war nur Österreich fähig, seine Ausstellungen (in Trautenfels und Schloßhof) zwischen dem Mai 1992 und Juni 1993, im Mitteleuropäischen Barockjahr zu veranstalten. Die Ausstellungen in Prag, Poznan, Warschau, Zagreb, Székesfehérvár und Budapest wurden erst im Mai-Juni 1993 eröffnet. Zur Ausstellung in Preßburg kam es erst im Herbst 1993 wie auch zur Wiederholung der Ausstellung von Zagreb in Laibach. Die zwei norditalienischen Ausstellungen hat man fallen lassen - die Anreger, die Italiener begnügten sich schließlich mit der Ausgabe eines die wichtigsten Orte des mitteleuropäischen Barocks vorstellenden, von den Fachleuten der einzelnen Länder verfaßten, 400 Seiten umfassenden „Itinerars" in englischer Sprache. Was endlich zustande gekommen ist, entschädigt uns im Ganzen für die Verspätung, für die Unsicherheit, für die Erregungen; die Ausstellungsserie ist - sowohl die Tatsache ihrer Entstehung als auch das versammelte Material - ein ernsthafter Erfolg. Es hat sich herausgestellt, daß die Länder Mitteleuropas fähig sind, aufgrund eines gemeinsamen Programmes eine Reihe kultureller Veranstaltungen ins Leben zu rufen, deren Elemente, ein Ganzes bildend, die Grenzen der einzelnen Länder übertreten und über etwas Gemeinsames berichten. Die Ausleihungen und die ausgestellten Objekte umfassen sogar - den Kreis der organisierenden Länder beträchtlich erweiternd - Siebenbürgen in Rumänien, Skandinavien, Deutschland, Litauen, die Ukraine, Belorussland und weisen gelegentlich auf die barocken Beziehungen der Kunst der Letten, Juden, baltischen Deutschen und siebenbürgischen Sachsen hin. Das 17-18. Jahrhundert bietet mit seiner politischen Gegliedertheit, seinen Kriegen, religiösen Gegensätzen, Unter- und Überordnungen einerseits und mit einer blühenden internationalen Barockkunst andererseits zahlreiche Analogien zum nicht weniger unklaren kulturell-politischen Leben des heutigen Mitteleuropa. Die Ausstellungen waren konzeptionell sehr verschieden. Die Ursache dafür dürfte sowohl die Beschränktheit der finanziellen Möglichkeiten als auch die unterschiedliche historische Auffassung gewesen sein: internationale Themenausstellungen und

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