Horler Miklós: Győr-Moson-Sopron megye I. Sopronhorpács, plébániatemplom (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 3. Budapest, 1995)

Gábor Bazsó: Die Pfarrkirche von Sopronhorpács

keine Möglichkeit, da man das Portal des Wienerneustädter Doms 1885 abriß und später durch ein völlig neugefertigtes ersetzte. Von dem an der einstigen Südfassade befindlichen kleineren Tor sind mehrere Fragmente bekannt. Diese lassen sich im Hinblick auf ihre Konstruktion mit dem Westportal der Kirche in Ják vergleichen, und auch ihre Ornamentik ist mit dem Jáker Stil verwandt. Die Innenpfeiler der Leibung des vermutlich von zwei Säulenpaaren getragenen Tores waren durch eine mit Pflanzenornamentik ausgefüllte Hohlkehle gegliedert, die äußeren zierte ein Stabgitter. Unmittelbare Analogien zu letztgenannter Gliederung findet man nicht in Ják, sondern am Tor des Tullner Karners sowie am Westportal des Wienerneustädter Doms. Unter der Westempore blieben Reste des einstigen Gewölbes mit drei Feldern erhalten: an die Mauer gelehnte Säulenbündel sowie die Stümpfe der von ihnen ausgehenden Wandbögen und Rippen. Weitere Frag­mente kamen im Zuge der Restaurierung in den neuzeitlichen Mauern zum Vorschein: Gurtbögen und Kreuzrippen bzw. drei Schlußsteine. Aus diesen Elementen läßt sich der einstige Aufbau im wesentlichen re­konstruieren, der bereits ganz gotischer Prägung war, da die Stützen so angeordnet sind, daß ihre Elemente den Elementen des Gewölbes - den Gurtbögen, Rippen und Wandbögen - entsprechen. Nahe verwandt mit dieser Konstruktion ist die Westempore der Zsámbéker Kirche, allerdings dienen die Rippen dort nicht als Fortsetzung der Birnstabelemente der Wandpfeiler. Im Gegensatz zum ganz aus Quadern gebauten Langhaus wurde der langgestreckte Chor nur außen aus Steinen, seine Innenseiten hingegen aus Ziegeln errichtet. Die Vierung war durch zwei hoch in der Südwand eingesetzte Fenster beleuchtet und von einem Kreuzgewölbe mit zwei Feldern bedeckt. An der Ostecke ruhte das Gewölbe auf Pfeilern mit Viertelachtecksquerschnitt, die vier anderen Widerlager hatte man durch Krag­steine abgestützt. Von den beiden Kragsteinkapitellen unter den mittleren Kämpfern kam eines unversehrt, das andere fragmentiert zum Vorschein, und zwar im neuzeitlichen Mauerwerk in Sekundärlage. Unmittel­bare Parallelen des unveresehrteren Stückes findet man im Hauptschiff des Doms zu Wienerneustadt, und die Gliederung des zwischen Vierung und Apsis liegenden Triumphbogens zeigt Verwandtschaft mit den in den Seitenschiffen des Doms stehenden Pfeilern. Die im Vergleich zum Chor wesentlich niedrigere hufeisenbo­gige Apsis bedeckte ursprünglich wohl eine Halbkuppel. Ihre Außenmauer gliederten Halbsäulen, in deren Zwischenräumen Fenster mit Kugel Verzierung eingesetzt waren. Das für Sopronhorpács kennzeichnende Spezifikum dieses vielerorts vorkommenden Motivs besteht darin, daß diese Kugeln hier, mit zwei Aus­nahmen, in Form von Knospen gestaltet sind. Schönstes Stück des Lapidariums aber ist das Brunnenbecken, aus dem das Wasser aus den als Zierde dienenden Löwen- bzw. Menschenköpfen in drei Richtungen floß. Von einigen anderen Fragmenten kann an­genommen werden, daß sie zum Unterbau des Brunnens gehört haben, doch reicht ihre Zahl für eine Re­konstruktion nicht aus. 2. FUNDORT UND INTERPRETIERUNG DER FREIGELEGTEN FRAGMENTE In den Dokumentationen über die Aufnahmen bzw. Restaurierung ist der Fundort der freigelegten Steinfragmente nur in einigen Fällen angegeben. Über die zugemauerten Arkaden und Fensteröffnungen hinaus erwähnt Dümmerling zusammenfassend den Chor und den Turm als Fundstelle der Fragmente. Be­reits 1956 wurden im Turm ein Schlußstein und in der Mauer des ehemaligen Gärtnerhauses, das östlich der Kirche auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand, drei weitere Fragmente freigelegt. Zu der sich dem Triumphbogen anfügend freigelegten Apsis gehörte ursprünglich das im Profil mit dem an der Nordfassade des Kirchenschiffs verlaufenden Sockelgesims übereinstimmende bogenförmige Stück, das im Sockel des hufeisenbogigen Teils des heutigen Chorschlusses zum Vorschein kam (Kat. Nr. 335.1; Abb. 156, 159.). In einem der Strebepfeiler legte man das bogenförmige Stück frei, welches aufgrund der Kragung seines Kantenprofils das obere Element des Sockelgesimses der hufeisenbogigen Apsis gebildet haben dürfte (Kat. Nr. 335.111; Abb. 267.). Zwei von den mauergliedernden Halbsäulen der Apsis stammende Fragmente kamen im unteren Teil des gotischen Chores (Kat. Nr. 335.117; DJ XXV; Abb. 62), zwei andere in einem der Strebepfeiler zutage (Kat. Nr. 335.118, 335.119). Diesen Halbsäulen mit haikreisförmigem Querschnitt lassen sich drei Kapitelle zuordnen. Zwei davon sind mit den vereinfachten Einfassungsformen von Akanthusblät­tern gestaltete Kelchkapitelle (Kat. Nr. 335.120, 335.121; Abb. 240, 241, 243, 244.). Bei einem der beiden handelt es sich vermutlich um jenes Kapitell, das im westlichen oberen Fenster der Vierung gefunden wurde.

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