Horler Miklós: Győr-Moson-Sopron megye I. Sopronhorpács, plébániatemplom (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 3. Budapest, 1995)

Gábor Bazsó: Die Pfarrkirche von Sopronhorpács

Gábor Bazsó DIE PFARRKIRCHE VON SOPRONHORPÁCS 1. BAUGESCHICHTE Die Kirche in Sopronhorpács wurde zwischen 1957-1960 vom Landesinspektorat für Denkmalpflege restauriert. Vor der Restaurierung hatten das riesige romanische Portal sowie darüber hinaus einige kleine Details gezeigt, daß das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert ursprünglich keine einfache Dorfkirche, sondern ein anspruchsvolles Bauwerk gewesen ist. Bekannt war ferner, daß der Bau sich nach Süden hin ursprünglich verbreiterte. Nach einer gründlichen archäologischen Freilegung unter Leitung von Gyula Nováki erfolgte die von Ödön Dümmerling geleitete Wiederherstellung, in deren Verlauf alle freigelegten mittelalterlichen Details sichtbar gemacht, die nicht wieder einfügbaren Fragmente aber in dem im Kirchgarten eingerichteten Lapidarium untergebracht wurden. Von der Kirche in Sopronhorpács berichten zwei mittelalterliche Urkunden. Die erste ließ Tivadar, Bischof von Győr (Raab), 1295 ausfertigen. Darin ernennt er einen Propst für das dem Hl. Peter geweihte Monasterium der Domherren mit Chorhemd des Augustinerordens in Horpács. Die zweite Urkunde datiert aus dem Jahre 1358. In ihr ist von einer Grundstücksschenkung des Meisters Péter Agyagosi und seiner Söhne aus dem Geschlecht der Osl an das Monasterium Horpács für das Zelebrieren zweiwöchiger Freitags­messen die Rede. Letzteres Dokument erwähnt auch, daß die Propstei des Augustinerordens von den Vorfah­ren des Péter Agyagosi gegründet wurde, die sich in dem Gebäude bestatten ließen. In Horpács lebten also schon im 13.-14. Jahrhundert Augustinerdomherren. Die Propstei war eine Filiale des niederösterreichischen Sankt Pölten. Seit 100 Jahren ist die Fachliteratur mit der Interpretierung dieser beiden Urkunden befaßt. Aufgrund nachweislicher Widersprüche in den Schriftquellen bestreiten einzelne Historiker, daß sich die genannten Angaben auf Sopronhorpács beziehen; allerdings haben sie dabei die auch heute noch stehende Kirche außer Acht gelassen, auf die die urkundlichen Bezüge passen: ausgehend von ihrem Stil wurde sie in den Jahren um 1230 errichtet und ihre Schutzpatrone sind die Heiligen Peter und Paul. Die erwähnten Bestattungen des Gründers bzw. seiner Familie aber dürften die ungewohnte Grundrißanordnung des Gebäudes, d.h. die Exis­tenz eines südlichen Seitenschiffs, erklären. Außer dem Propst lebten in dem Monasterium höchstens 3-4 Domherren. Zur Gründung eines Augus­tinerklosters bedurfte es keiner solch großen Grundstücksdonationen wie im falle der Benediktiner oder be­sonders der Zisterzienser. Daneben verschlossen sich die Domherren der Welt nicht vollständig und versahen auch die religiöse Betreuung der Siedlung, was ihnen zusätzliche Einkünfte eingebracht haben dürfte. Sie ga­rantierten dem Grundherren die entsprechende Repräsentation. Mit dem Rang der Familie war der Anspruch auf eine als selbständie Begräbnisstätte, als Kapelle, sowie zur Aufbewahrung von Dokumenten und Schät­zen dienende Kirche verbunden, deren Priester an bestimmten Tagen Andachten für die Verstorbenen abhiel­ten. Die beschriebenen Umstände in Betracht ziehend kann im Falle kleinerer Propsteien nicht mit einem be­deutenden Klostergebäude gerechnet werden, lediglich mit einem aus wenigen Räumen bestehenden Propstei- bzw. Domherrenhaus. Deshalb ist es umso überraschender, daß bei den Freilegungen in Sopron­horpács das mit Menschen- und Tierköpfen verzierte Becken eines Ausgußbrunnens zum Vorschein kam, was davon zeugt, daß das Klostergebäude über ein repräsentatives Brunnenhaus verfügt hat. Zu einer Suche nach den Gebäuderesten bot sich im Laufe der archäologischen Forschungen keine Gelegenheit. Zahlreiche Unregelmäßigkeiten, die sich an den romanischen Gebäudeteilen zeigen, sowie der teil­weise Verfall und wiederholte Umbau der Kirche ermöglichen es nicht, ihre Baugeschichte eindeutig zu re­konstruieren. Deshalb handelt es sich bei unseren Feststellungen größtenteils nur um Annahmen, die in be­zúg auf das 13. Jahrhundert von der durch den die Wiederherstellung leitenden Architekten festgestellten Chronologie abweichen. Mit dem Bau des Gebäudes aus dem 13. Jahrhundert begann man nach dem Abriß einer früheren, mit halbrunder Apsis abschließenden Kirche. Dies dürfte die Pfarrkirche der Siedlung gewesen sein. Als Stand­ort des Monasteriums hatten sich die Gründer wohl auch deshalb ohne weiteres für die Kirche des Dorfes entschieden, weil die Domherren des Augustinerordens, wie bereits erwähnt, auch die pastorale Betreuung

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