Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

richtung der Kapelle wurde erneuert, zu dieser Zeit wurde das weisse Marmortabernakel angefertigt, dessen Bruchstücke im Laufe der Ausgrabungen zum Vorschein kamen. Im oberen Hof beschränkte man sich auch nur auf Wechsel. An der Stelle des Wandbrunnens aus dem 14. Jahrhundert wurde der Löwenbrunnen errichtet. 167 Die unbekannten Säulen des früheren Ganges wurden mit neuen ersetzt. (Abb. 160) Aus den Säulen blieben nur die 80 x 80 cm, bzw. 70x80 cm grossen Ziegelfunda­mente erhalten. 168 (Abb. 8) Nach der Meinung von Miklós Héjj hatten dort die im Prunkhof zutage gekom­menen Renaissance-Säulen gestanden. 169 (Abb. 268, 404-405) Seine Meinung gründete er wahrscheinlich darauf, dass er 1951 in der stark gestörten Schuttschicht hinter der Sakristei zwei zylinderförmige Säulen­schaftbruchstücke gefunden hatte. 170 Diese Bruchstücke sind leider für uns unbekannt, und wir erwänen nur aus diesem Grunde, weil es im Palast noch einen Säulentyp mit zylinderförmigem Schaft gibt - aus dem glei­chen Material, wie die Stücke aus dem Prunkhof -, obwohl dessen Durchmesser grösser ist. (Abb. 267) Es scheint unerklärbar zu sein, warum ein Fundament von 80 cm Seitenlänge für die 29,5x29,5 cm grosse Grundplatte des Säulentyps im Prunkhof oder für das darunter vermutete, gemauerte Piédestal gebaut worden wäre. Die 60x60 cm grosse Grundplattenbreite des oben erwähnten anderen Säulentyps passt eher zu den freigelegten Fundamenten. Der aufgrund der Ausgrabungen bestimmbare ca. 5 m grosse Säulenabstand lässt sich auch auf viel massivere Säulen folgern, als der der im Prunkhof stehenden. Sockel solcher grossen Säulen legte Miklós Héjj auf dem Grundstück in der Fő Strasse 37 in situ frei 171 , es kamen aber welche davon schon in der Zeitspanne von 1871 bis 1872 aus dem Salamon-Turm zutage, 172 wohin sie offenbar mit vielen aus dem Palast stammenden Steinmetzarbeiten irgendwann zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert gerieten. 173 Von den äusseren Fassaden des Nordostpalastes können wir uns ausschliesslich von der westlichen ein ausführlicheres Bild verschaffen. Der Fassadenteil im Erdgeschoss änderte sich nur in dem von Süden gerech­net dritten Abschnitt. Hier führte eine neue Treppe ins Obergeschoss der Empfangshofloggia im Nord­westpalast hinauf. Über der Treppe war ein Kreuzstockfenster mit Birnstabprofil in die westliche Fassaden­wand des Nordostpalastes eingesetzt worden (Abb. 239, 282), dessen Bruchstücke über und neben der Treppe aus der Schuttschicht zum Vorschein kamen (Abb. 45). Mehrere Stücke solches und eines anderen Kreuz­stockfenstertyps, auch mit Birnstabprofil und von ähnlicher Grösse, traten in fast jedem Teil des Palastes zuta­ge. 174 (Abb. 240, 283) Das Obergeschossfenster dieses Abschnittes kennen wir nicht, es können aber even­tuell einige Bruchstücke eines, aus dieser Umgebung zum Vorschein gekommenen, grossen, reich profilierten Fensters hier gehört haben. (Abb. 289, 368-369) In dem von Süden angrenzenden Abschnitt wurde der ver­muüich schon in der ersten Periode vorhandene Erker des Obergeschosses völlig neugebaut, ohne den Unter­bau geändert zu haben. Die Erkerfassade war durch einen Stützpfeüer, der mit einer mit der Kante nach aussen gewandten, mit Löwen- und Leopardenfiguren verzierte Pyramiede abgeschlossen war - in zwei Abschnitt ge­teilt -, diese wurden durch Doppelkreuzstockfenster ausgefüllt. (Abb. 246-247, 249, 288, 263-367) Die Fas­sade war durch ein grosses, mit Hohlkehle und Halbbirnstab profiliertes, mit horizontalem Abschluss verse­henes Gesims gekrönt. (Abb. 273/a, 306/a) Der Erker war mit einem aus doppelt geriefelten Rippen gebauten, zweijochigen Sterngewölbe bedeckt. (Abb. 264/c, 300/a, 393-394) Vor der Westfassade kam noch ein doppelt geriefelter Rippentyp zum Vorschein (Abb. 264/b, 300/d), dessen Krümmungsradius aber viel grösser ist, als bei dem vorherigen. Er muss aller Wahrscheinlichkeit nach dem grossen Saal des Westflügels im Oberge­schoss angehört haben. Wenn der Innenraum dieses 11x22 m grossen, gewölbten, repräsentativen Saales sich nur bis 750 cm, also bis zur Höhe des ersten Geschosses, die durch das Treppenhaus des Ostflügels genau be­stimmbar ist, ausgedehnt hätte, hätten sehr ungünstige Raumverhältnisse entstehen können. Deshalb halte ich es für wahrscheinlicher, dass auch das zweite Geschoss in den Raum des Saales einbezogen war, so ergab sich die mindestens 11 m hohe Innenniveauhöhe. (Abb. 127) Die Räume im Erdgeschoss wurden aUer Wahrscheinlichkeit nach zu dieser Zeit mit Ziegeltonnengewöl­be bedeckt, und ähnlicherweise war der südliche Ecksaal des Ostflügels mit Ziegelgewölbe versehen. (Abb. 19) Die anderen Räume des letzgenannten Flügels wurden völlig umgebaut, der innere Flur wurde beseitigt und an der Stelle der kleinen Zimmer wurden drei grosse Räume mit Kreuzgratgewölbe ausgebüdet. (Abb. 126) Die Gewölbe wurden von profilierten, aus Sandstein gehauenen Konsolen getragen. (Abb. 261/b, 298/b, 378) Im nördlichen Raum ging ein kleines, mit Eisengitter versehenes Fenster mit Sitznischen auf den nördli­chen Felsenhof. (Abb. 241) Der benachbarte Raum war von dem Badehof her durch ein neu geöffnetes, dem Mass nach dem Fenster an der Westfassade ähnliches Kreuzstockfenster mit Eisengitter beleuchtet. Das Fen­ster des nächsten Raumes muss ausschliesslich nur in den Laubengang gegangen sein. Im Ostflügel, aber wahrscheinlich im zweiten Geschoss muss die Tür gestanden haben, deren Steine während der Wiederherstel­lung anastylosis-weise zusammengestellt an die Stelle der Tür zwischen dem Raum-I. und dem Treppenhaus gesetzt worden war. 175 (Abb. 24, 250, 293/a, 371) Das Profil des Türrahmens mit Sturzstütze bildet eine Hohlkehle im abgekannteten Ecke. Dieser Rahmentyp kommt in verschiedenartigen Varianten, aber immer

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