Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
lieh durch zwei Arkadenbögen geöffnet gewesen sei, blieb aber bis zum Untergang des Palastes erhalten. Einen Kämpfer mit Teufelkopfskonsole aus der südwestlichen Ecke (Abb. 201, 327) fand man im Laufe der Ausgraubungen in der Nähe seines ursprünglichen Ortes im Schutt des Palastes vor. Die Grösse des Birnstabes der Gewölberippen ist kleiner, als die der Diagonalrippen der Kapelle, das ganze Profil der hierhergehörenden Rippe kennen wir aber nicht. Die hie und da mit Brett gegliederten Wandnischen mit Steinrahmen, die fast in allen erhaltengebliebenen Räumen zu finden sind, gehörten sozusagen ,,zu den Möbeln" der Säle im Palast. (Abb. 50, 72, 152-153, 328) Im östlichen Saal des Südflügels findet man eine grössere, bis zum Boden reichende und mit Tür abschliessbare Nische. (Abb. 153/a) Den grössten Teil der architektonischen Fragmente bilden die Fenster- und Türrahmen. Der grosse Keller wurde durch zwei schmale Fenster an der westlichen Fassade beleuchtet. (Abb. 162) Unter den Sälen im Erdgeschoss blieb je ein Fenster mit abgekragter Leibung im östlichen Saal des Nord- und Südflügels erhalten. (Abb. 72) In diesen ist aber der Rahmen schon nicht mehr vorhanden. Im Material des Lapidariums gibt es aber einfache, abgekantete Fensterrahmen mit Gitterlöchern (Abb. 163, 225/b), die einem der Erdgeschossfenster der nördlichen äusseren Fassade angehört haben können. Aus dem gewölbten Saal im Erdgeschoss des Westflügels gingen drei, relativ grosse Fenster mit Sitznischen auf den Prunkhof. Die hierher gehörenden Fensterrahmen können wir authentisch nicht identifizieren. In unbekanntem Ort stand ein in der Umgebung des Nordostpalastes zum Vorschein gekommener Fenster - wahrscheinlich ein Kreuzstockfenster - mit gegliedertem, abgekantetem Profil, deren Besonderheit ist, dass ihre oberen Ecken abgerundet sind. (Abb. 176) Die Fenster der Säle im Obergeschoss waren reichlicher verziert, als die im Erdgeschoss. Der untere TeU eines einzigen Fensters blieb nur in situ erhalten: des Fensters in der östlichen Mauer des Ostflügels neben dem Badeunterbau. (Abb. 83, 318) Die Fenster dieser Fassade, ähnlich wie die äusseren Fenster im Erdgeschoss, wurden hoch, mit abgekragter Leibung errichtet, ihr Profil war aber gegliederter. Im Material des Lapidariums gibt es ein Fenstersturzfragment von gleichem Profil (Abb. 164/b), in der Umgebung des Prunkhofes kam auch ein solchem Fenster angehörendes Fensterteilung (Abb. 164/a) zum Vorschein, es zeugt davon, dass dieses Profil auch bei dem mehrgegliederten Fenstertyp vorkam. (Abb. 222) Der repräsentativste Gebäudeteil soll der Westflügel mit dem grossen Saal gewesen sein. Hierher kann auch das Kreuzstockfenster gehört haben, dessen Kreuzbruchstücke unter der Westfassade zutage kamen. (Abb. 174-175, 227) Aller Wahrscheinlichkeit nach können die Rahmen mit graphischem Profil (Abb. 165, 167, 223/a, 319), deren Steine im Laufe der Umbauten zur Zeit der dritten Periode herausgenommen und in die neue Stützmauer der Kapellenterrasse eingebaut wurden, zu den Fenstern des grossen Saales gehört haben. (Abb. 60) Aufgrund eines Fenstersturzes (Abb. 165) sollen diese Fenster vermutlich mehr- und zwar dreiteilig gewesen sein, der Sturz war nämlich nicht aus einem Stein gemeisselt, das kann nur mit der grossen Breite eines dreiteiligen Fensters begründet werden. Im Lapidarium gibt es auch ein Fensterrahmenfragment mit ähnlichem Profil, aber von abweichender Grösse, von unbekanntem Fundort (Abb. 166, 223/b). Ebenfalls in die Stützmauer der Kapellenterrasse ist auch ein Fensterrahmen mit reichlicherem Profil, mit Stabverzierung versehenem Kreuz, mit Kehlleibung eingemauert. (Abb. 60) Auch im Material des Lapidariums sind solche Fensterfragmente mit komplizierter Sockelform zu finden. (Abb. 169, 225/a, 314) Der nächste Rahmentyp des Lapidariums ist mit seinem abgekragter Leibung die vereinfacherte Variante des vorherigen, auch mit komplexer ProfUabschluss. (Abb. 168, 224/a, 320) Ein Fenster von unbekanntem Fundort, dessen Leibung durch einen Birnstab zwischen Abkragung und zwei Wölbungen verziert ist, steht dem obengennanten nahe. (Abb. 172, 224/b) Auch der in meisten Exemplaren erhaltengebliebene Fensterprofilfyp des Palastes ist eine Variante der vorherigen. (Abb. 226) Hier wird die Abkragung der Leibung auch durch Wölbung gegliedert. Auch hier finden wir der früheren ähnlichen, abgestufte ProfUabschluss. Diese kennzeichende Detailform erescheint oft nicht nur an den Fenstern, sondern auch an den Sitznischenpfeilern des oberen Hofes. (Abb. 161) Auf das vorher behandelte Fensterprofil zurückkehrend, können wir behaupten, dass auch damit Fenster von verschiedenem Typ und Grösse angefertigt worden waren. Zwei vollständige Türpfostensteine blieben erhalten, die Höhe deren aber abweichend ist. (Abb. 170-171) Es kam ein vollständiger, gerader Türsturz, sowie zwei schwer beschädigte Fragmente mit zerstörter Oberfläche von demselben Profil zutage, die letzteren hatten aber einem Fenster mit Eselsrücken angehört. 112 (Abb. 323-324) In ein weiteres Exemplar wurde nachträglich Eisgitter eingesetzt, es kann dementsprechend an einer äusseren Fassade gewesen sein. Das reicheste Stück diesen Typs kann aufgrund eines aus der Unterburg - mit anderen aus dem Palast stammenden Steinen zusammen - zutage gekommenen Fragments eines horizontalen Fensterkreuzes bestimmt werden. (Abb. 173, 322) Das war ein Kreuzfenster, und die oberen Viertel waren mit je vier Masswerknasen verziert.