Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
Im Lapidarium liegt auch ein von unbekanntem Fundort stammender Fensterrahmen, dessen Profil von den bisherigen ziemlich abweicht. (Abb. 177, 228) Die Leibung bilden hier ausser dem kleinen Teilungsprofil Halbbirnstab, Wölbung und Abkragung. 113 Unter den Türrahmen gibt es mehrere, die in situ erhalten blieben. Am einfachsten ist die das äussere Ende des aus dem Prunkhof führenden nordöstlichen Ganges abschliessende, unprofilierte, Tür, nur mit einem Falz auch auf der Schwelle - vermutlich mit geradem Sturz. (Abb. 180) Die Spitzbogentür am anderen Ende des Ganges war aber mit einfacher Hohlkehle profiliert. (Abb. 28, 181) Verschiedene abgekantete Türrahmen blieben erhalten. In situ findet man die breit abgekanteten Türen des Balkonunterbaues zwischen den Pfeilern III. und IV. der Westfassade und des Vorraumunterbaues des Aborttraktes mit abgekragtem Profilabschluss. (Abb. 182-183, 230/b, 32) Aus dem östlichen Teil des Palastes stammt das Fragment eines Türrahmens mit Sturzkonsole und mit breit abgekantetem Profil. (Abb. 186) In situ blieb der linke, untere Pfostenstein der Tür des kleinen Kellers des Prunkhofes mit schmaler Abkantung von 45°, und mit Pyramidenabschluss erhalten. (Abb. 230/a) Mit diesem stimmt der in situ Türrahmen des Treppenabsatzunterbaues des Treppenhauses im Ostflügel vollkommen überein. (Abb. 185) Die aus dem Treppenhaus führende Tür des südöstlichen Raumes weist komplizierteres Profil auf. (Abb. 188, 231/a) Die Profilreihe dieser Tür entspricht der eines der reichesten Fensterrahmen des Palastes (Abb. 225/a), der Profilabschluss des Türrahmens ist im Gegensatz zum Fenster nur eine einfache Abkragung. (Abb. 231/b) Die häufigsten Türprofil sind mit der in die Abkantung geschnittenen Wölbung gegliedert. Es blieb nur ein einziges in situ Stück diesen Typs erhalten: der untere rechte Pfostenstein der aus dem oberen Hof nach Norden führender Gangtür. (Abb. 190) Der gerade Sturz dieses Rahmens kam in den Badehof zum Vorschein. (Abb. 24, 189/a) Von diesem Typs ist noch ein Exemplar mit geradem Sturz bekannt (Abb. 191-192), es blieben aber Fragmente einer spitzbogigen (Abb. 194) und einer eigenartig ausgestalteten Variante mit Sturzkonsole (Abb. 193) erhalten. Mehrere Räume des Palastes wurden mit Eckkamin geheizt. Der eine ist im östlichen Raum des Nordflügels ziemlich intakt erhaltengeblieben. (Abb. 207, 328) Der genauso ausgestaltete Kamin des westlichen Raumes, sowie der ähnliche Kamin des Raumes-I. des Ostflügels wurden in der dritten Periode abgerissen, im wesüichen Raum des Südflügels blieb aber nur die Feuerbank erhalten. Die Kamine waren mit dem an den Pfeilern und am Gesims herumlaufenden, einfach abgekanteten Profil ausgeführt (Abb. 233/a), die Pfeilersockel wurden durch die in die Abkragung geschnitzte Wölbung gegliedert (Abb. 233/b). Der Grundriss des Gesimses wurde aus den drei Seiten des Achtecks ausgestaltet, die zwei äusseren Seiten funktionierten als Konsolen, ihre Verbindungsflächen wurden stufenartig gehauen, damit der die mittlere Seite bildende Durchbindbalken sicher aufliegt. 114 (Abb. 208) An die zweite Periode des Palastes können mehrere Säulentyps gebunden werden. Bei einigen kennen wir zwar den Fundort, ihren ursprünglichen Ort können wir doch nicht bestimmen, folglich nicht einmal den Fundort der aus dem nördlichen äusseren Hof zutage gekommenen, achteckigen Säulen, deren Sockel durch in die Abkragung geschnitzte Kannelüre gegliedert ist. (Abb. 32, 198-199, 232/c) Der Fundort einer anderen, stämmigeren Säule mit einfachem Abkragungssockel ist unbekannt (Abb. 197), ähnlicherweise auch der einer sechseckigen Säule mit 15 cm Seitenlänge. 115 Von einem grösseren sechseckigen Säulentyp sind ein Kapitell und ein Sockel auch vorhanden. (Abb. 200,232/a-b) Ein Stück einer solchen Säule wurde zur Zeit der dritten Periode in die Scheidewand zwischen den letzten zwei Räumen des Ostflügels eingemauert. Eine nächste Einheit bildet das Steinmaterial, das an den Balkon des südlichen Teiles der Westfassade geknüpft werden kann, ferner einige von unbekanntem Ort stammenden, mit dem Stil des Balkons verwandten Steinmetzarbeiten. An dem bis heute erhaltengebliebenen Unterbau können nur der abgekragte Sockel (Abb. 234/b) und die mit Segmentbogensturz rekonstruierbaren Sitznischen mit abgekantetem Profil (Abb. 67, 210, 232/e, 234/a) geforscht werden. Hierher können die Steine eines offenen, achteckigen Balkons aus dem Material des Lapidariums gehören. 116 (Abb. 212-213, 215, 329-333) An den Ecken des Parapets des Balkons standen Statuennischen mit Baldachin, selbst die Parapetsplatten waren vermuüich aus Metall, 117 das Brüstungsgesims aber aus Stein gefertigt worden. Uber den Statuennischen waren achteckige Säulen aufgestellt, die mit Vermittlung von Sturzkonsole das Obergesims trugen. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Fragmente können weder die Breite noch die Höhemassen festgestellt werden, obwohl der grösste Teil der Konstruktion rekonstruierbar ist. Aus der Mauer des im 18-19. Jahrhundert von Süden an den grossen Keller gebauten Kellers wurden Sitznischenfragmente abgenommen, aufgrund deren reich profiliierte, mit Nasen verzierte Sedilien mit Wimpergabschluss rekonstruiert werden können. (Abb. 214, 236) Die mit Gesims umgebenen, steilen, dreieckigen Nischenabsclüsse waren durch Fialen getrennt. Gewisse Verwandtschaft weist auch ein reich profilierter Arkadenbogen mit dieser Gruppe auf, hauptsächlich wegen seinem Kalksteinmaterial, wir können aber dieses Stück kaum zu den Steinmetzarbeiten des Balkons zählen, es ist vermuüich älter, als die anderen. 118 (Abb. 215, 237) Beachtenswert ist die Ähnlichkeit seines Profils mit einem oben behandelten Fensterrahmen. 119 (Abb. 224/b)