Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
Osten ergänzt werden. (Abb. 70) Nachdem diese Arbeiten fertiggebracht worden waren, konnte das provisorische Dach abgerissen werden, und es wurde die endgültige Kellerdecke mit dicht aneinander gelegtem Balken etwas höher errichtet. (Abb. 72) Von dem westlichen Abschluss und den oberen Geschossen des Gebäudes wissen wir nicht viel, weil sie während der nächsten Periode abgerissen worden waren. Im Laufe der Einweihung des grossen Kellers wurden dann auch die Zwischenräume der Steinpfeiler der südlichen Kellermauer vermauert, vor die nördliche Kellermauer eine Mantelmauer gezogen, worin auch der Pfeiler der Arkadenreihe eingebaut war. (Abb. 68) Der übrige Teil der Arkadenreihe wurde aber schon nach dem Aufbau des Gewölbes abgerissen, und während der Vertiefung des Kellers konnte auch das Fundament der Pfeiler zunichte gegangen sein. Die unter das Gewölbe geratenen Teile der Scheidemauer wurden abgetragen, der zwischen dem Gewölbe und dem Erdgeschossboden gebliebene Stumpf ist aber auf uns geblieben. Diese Scheidewand lief ursprünglich offenbar im Erdgeschoss weiter - diente also für das Erdgeschoss -, nur so kann nämlich die den Kellerraum teilenden Arkadenreihe erklärt werden. Für unser gewähltes Thema ist die jetzt beschrieben erste Periode von geringer Bedeutung, weil ihr angehörende, gut bestimmbare Steinmetzarbeiten vom Gebiet des Nordostpalastes und der Kapelle nicht bekannt sind. 88 Das auf dem Gebiet des grossen Kellers stehende Gebäude wurde aufgrund des im Jahre 1958 aus dem Mörtel der Scheidewand zutage gekommenen, aus dem 13., eventuell vom Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden slawonischen Banusdenars, 89 und der Keramikrunde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaut, und es war bis zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts in Gebrauch. IV. DIE ZWEITE BAUPERIODE DES PALASTES 1. DIE BAUFOLGE Die zweite Periode ist die wichtigste Epoche der Baugeschichte des Palastes. Zu dieser Zeit kam ein regelmässiger, ungefähr 120x120 m grosser, mit Mauern umgebener Gebäudekomplex nach einheitlichen Plänen zustande. (Abb. 2-6) In der Mittelachse der wesüichen Fassade zur Donau stand ein Torturm. Genau dem gegenüber auf der anderen, höheren Hälfte des Hofes wurde die Kapelle, die die zwei Wohnpalaste miteinander verknüpfte, erbaut. Diese Gebäude erhoben sich schon auf den in Berghang gehauenen Terrassen. (Abb. 4-5) Der Hof war von Norden mit einem 38,5x11 m grosser Saal abgeschlossen. Von den erwähnten Wohnpalasten war der Nordostpalast eine Baumasse auf regelmässigen Quadratgrundrisses von 45 x45 m, mit Binnenhof, besass einen hervorspringenden Aborttürm und einen Baderaum in Nordosten. Er stand durch einen ösüichen, separierten, geschlossenen Hof, der heute nach dem hier stehenden Brunnen Löwenhof benannt wird, mit der Kapelle in Verbindung. (Abb. 6) Der Bau dieses Palastes wurde wahrscheinlich mit dem Ostflügel begonnen. Dieser Flügel wurde zwischen zwei gewaltige Stützmauern gebaut: die ösüiche Fassadenmauer war nämlich ursprünglich Stützmauer, deren östliche Fläche sich gegen den Felsenuntergrund stützte, der ausgeflossener Mörtel aufbewahrte den Abdruck des später weggetragenen Bodens. 90 Die Säle dieses Flügels wurden doch von Osten durch die hoch über dem Bodenniveau abgebrachten Fenster mit Steinrahmen beleuchtet. (Abb. 318) Es ist nur damit zu erklären, dass dieser Flügel von vornherein zweitraktig gebaut war, und die von Miklós Héjj 1957 unter dem spätmittelalterlichen Bodenniveau freigelegte Nord-Süd-Mauer ursprünglich als eine, den Westgang abtrennende Scheidewand gebaut wurde, und keine Fassadenmauer war. 91 (Abb. 9) Zu dieser Zeit muss man also auch die, die Westfassade des Flügels bildende, von dem Abortblock bis zur Linie der nördlichen Strecke des Kapellenschiffes laufende, im Prunkhof mit Sitznischenreihe verzierte, mächtige Stützmauer ergebaut haben. 92 (Abb. 155, 315) Die Bauform dieser Stützmauer ist ein Beweis dafür, dass es schon am Anfang der Bauarbeiten ein einheiüicher Plan über den ganzen Komplex des Nordostpalastes und der Kapelle zur Verfügung gestanden hatte. Man hat zwar den Eindruck, dass man sich bemüht hatte, den Ostflügel so früh wie möglich wohnbar zu machen, begann aber der Bau gleichzeitig auf dem ganzen Gebiet des Komplexes. Ausser dem Ostflügel kam man hauptsächlich mit dem Bau der Kapelle am schnellsten vorwärts: die hieher angefertigten, aber verfehlten oder im Bauverlauf übriggebliebenen Steimetzarbeiten wurden in der Stützpfeiler III. der Westfassade des Palastes schon als Baustein verwendet. (Abb. 57-58) Parallel mit dem Bau des unteren Teiles der wesüichen Fassadenmauer des Nordostpalastes muss die Ausgestaltung des grossen Kellers unter dem Südflügel begonnen sein. In diesen Keller wurde auch der Unterbau des hier stehenden, vom Anfang des 14. Jahrhunderts stammenden Gebäudes eingeschlossen. Die Westmauer und die oberen Geschosse wurden abgerissen, der Raum nach Westen wesentlich erweitert und die südliche Mauer des neuen Kellers mehr auswärts aufgeführt. Die originale Decke mit dicht aneinander gelegten Balken von dem alten Keller wurde zu