Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)

Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád

Anfang des Umbaues noch behalten, es wurde sogar geplant, dass auch das Deckenniveau des neuen grossen Kellers danach gerichtet wird. Darauf deutet hin, dass ein Sockel der schon in der zweiten Periode erbauten Seitenmauer des mittleren Teiles des grossen Kellers diesem Deckenniveau entspricht (Abb. 74), ferner in der Südmauer des östlichen Raumes über dem Keller eine Wandnische und ein Fenster - das letzter übrigens eben in der Linie der Scheidemauer des ehemaligen Erdgeschosses des früheren Gebäudes - auch diesem Decken­niveau nach richtend angefertigt wurden. (Abb. 72) Nach dem Aufbau der Kellermauern und der südlichen Fassadenmauer des Erdgeschosses wurde aller Wahrscheinlichkeit nach Entwurfsveränderung durchgeführt: man hat sich entschlossen den grossen Keller einzuwölben. Der Scheitel dieser riesigen Steintonnengewölbes geriet so um 80 cm höher, als das Niveau der Flachdecke. Nach diesem, durch das Kellergewölbe bestimmten, höheren Niveau gerichtet wurden die drei Scheidemauern des Südflügels aufgeführt, die im Kellerraum von drei, schon vor dem Aufbau des Kellergewölbes aufgezogenen Gurtbogen unterstützt wurden. Das beweist das sich nach dem Kellergewölbe richtende Niveau des Sockels der westlichen Scheidemauer (Abb. 74), sowie der an den zwei Seitenwänden des Eingangskorridors herumlaufenden zwei Sitznischenreihen. Diese Sitznischen­reihen stimmen der Grösse und Form nach mit der Sitznischenreihe, die die östliche Wand des Prunkhofes verziert, fast völlig überein, so kann bezüglich ihrer Einordnung in die zweite Periode kein Zweifel bestehen. Die am ursprünglichen Ort gebliebenen Schwellensteine der auf den Prunkhof gehenden Türen der zwei Räu­me des Südflügels richten sich auch nach dem Gehniveau der durch das Kellergewölbe bestimmt ist. Diese Ar­gumente lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass das Gewölbe des grossen Kellers unter dem Südflü­gel schon während der zweiten Periode vollgebracht war. Die Änderungen während des Bauablaufes, die sicherlich zu gleicher Zeit mit dem Bau des Kellergewöl­bes des Südflügels durchgeführt wurden, sind auf mehreren Teilen des Palastes zu beobachten. Im Verlauf des Aufbaues der Palasträume im Erdgeschoss ist die Ausgestaltung der Arkadenreihe des Prunkhofes aktuell ge­worden. Es wurde schon ursprünglich eine Arkadenreihe an die östliche Seite des Hofes geplant, wie die Sitz­nischenreihe und die darüber - für eine Holzdecke - in die Wand eingebaute Konsole (Abb. 29) beweisen. 93 Zum Aufbau der Arkadenreihe und des dazuknüpfenden Zierbrunnens konnte es erst aber dann kommen, als es beschlossen worden war, dass der Ostflügel um ein Geschoss erhöht, dazu ein Bad angeknüpft, und oben ein geschlossener, mit Wandbrunnen verzierter Hof vom Palast durch einen engen Lichthof getrennt aufgebaut wird. Das alles bestätigt die Tatsache, dass der obere Hof von dem oberen Geschoss des östlichen Palastflügels her zu erreichen war, und man konnte auf dieses Geschoss nur durch die Treppe (Abb. 9) hinauf, die in einem Saal des Flügels sekundär eingebaut wurde, und während deren Bau das frühere Fenster des Saales mit abge­kragter Leibung umgebaut werden musste. 94 Die Wasserleitung des Brunnenhauses des Prunkhofes wurde im Laufe der Bauarbeiten des oberen geschlossenen Hofes ausgebaut, danach über den Badehof, dann die östli­che Mauer des Ostflügels nachträglich durchgebrochen 95 in den Prunkhof geführt. (Abb. 50) Das Bad war auch vom Obergeschoss des Ostflügels zu erreichen. Der südliche Arkadenbogen dessen Unterbaues wurde an den Steinrahmen eines Fensters der östlichen Fassadenmauer zugebaut, aber derart, dass er das Profil des Rahmens nicht mehr deckte. (Abb. 318) Die architektonische Gestaltung des oberen Hofes ist im Vergleich zu der Kapelle auch etwas nachträglich, sein Grundriss passt nur gezwungen an den Kapellenchor, an einen Stre­bepfeiler des Chors wurde später ein Mauerwerk gebaut, dessen westliche Fläche die westliche Fläche der Strebemauer der Terrasse (Abb. 7) entsprach, wahrscheinlich auch ihr angehörte, so muss ein Strebebogen die beiden verbunden haben. 96 Auch einige Balkonbauten wurden an die westlichen Palastfassade nachträglich zugebaut: so entstanden die Bebauung des Zwischenraums der Strebepfeiler III. und IV. sowie die zwei Strebepfeiler an beiden Seiten des Eingangs des grossen Kellers. Aufgrund deren erhaltengebliebener Reste kann zwar nur im Vergleich zu unteren Teilen der westlichen Fassadenmauer festgestellt werden, dass sie sekundär gebaut waren, aufgrund des dazugehörenden Steinmaterials kann es jedoch nicht einen sehr grossen zeitlichen Unterschied bedeutet haben. 97 Das Erdgeschoss des Südpalastflügels und so der Eingangskorridor mit Sitznischen musste vermutlich zur gleichen Zeit mit der Arkadenreihe des Prunkhofes gebaut werden, deshalb konnten die übriggebliebenen Bausteine der Arkade und sogar Sitznischenpfeiler als Baumaterial in den Rückseiten der Nischen verwendet werden. (Abb. 154) Auch die übereinstimmende Dimensionierung dieser Sitznischenreihe und der des Prunk­hofes deutet daraufhin, dass die kleineren, auf einigen Teilen des Palastes im Laufe des Baues durchgeführten Planänderungen keinen Werkstattwechsel mit sich brachten.

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