Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
II. FORSCHUNGSGESCHICHTE 1. 1934-1944 Auf die Überreste des königlichen Palastes zu Visegrád stiess János Schulek am Silvesterabend 1934. Im Laufe der Forschungen am 31. Dezember und 2. Januar 1935 fand er nur Gebäudeschutt und den Ziegelsteinfussboden der Kapellenterasse hinter dem Kämpfer der auf die Terrase führenden Treppe. 1 (Abb. 15-16) Im März 1935 konnte er die Erschliessungsarbeiten mit der Unterstützung der MOB (Landeskommission für Denkmalpflege) fortsetzen. Da stiess er auf eine Mauer, die er im November mit einem neuen Forschungsgraben weiter untersuchen konnte. 2 Die Freilegungen wurden im Frühling 1936 fortgesetzt, Schulek konnte jetzt die Gebäudeüberreste mit der Palastkapelle identifizieren, deren westlicher Seitenaltar auch zum Vorschein kam. 3 1935 grub Schulek noch auch auf dem nördlich benachbarten Grundstück, im Frühling 1936 fing er dann auch hier mit einer grossangelegter Arbeit an. (Abb. 18) Er legte den südöstlichen Ecksaal des Nordostpalastes mit dessen Türrahmen zum Treppenhaus hin frei. Auf dem Fussboden des Saales lagen die Ziegelsteine des eingestürzten Gewölbes. 4 (Abb. 19—20) Im Juni und Juli setzte man die Freilegung des Gebäudetraktes nach Norden fort: es kam das Treppenhaus und noch ein Raum zutage. Hier wurde der Schutt vorläufig nur in einem Streifen von 2 m Breite die Mauer entlang abgeräumt, doch traf man unter dem Raum auf einen kleinen Keller mit eingestürztem Gewölbe. In der Kapelle wurde in diesem Jahr der Chor freigelegt. (Abb. 17) Auf Wunsch des Inhabers wurde der sich unter der Stützmauer der Kapellenterrasse befindende Keller mit dem so gewonnenen Aushub zugeschüttet. 5 1937 kaufte die MOB den ösüichen Teil der Kapellenterrasse. 6 1937-1938 war die Forschung eingestellt, erst 1939 konnte man wieder mit den Arbeiten angefangen werden, da musste man aber vor allem das Herankommen an das Ausgrabungsgelände, die Beförderung der Erde organisieren, so bestand nur die Möglichkeit kleinere Fbrshungen durchzuführen. 7 Zur wichtigen Forschung kam es erst von 1940 wieder an. Während der Freilegung des 1936 unter dem nördlichen Palasttrakt entdeckten kleinen Kellers stiess man von innen aus auf dessen nach Westen führende Tür, sowie auf einen Ziegelsteinfussboden ausserhalb der Tür. 8 Davon begeistert nahm man die Abtragung des 6 m dicken Schuttes vor der wesüichen Fassadenmauer des ösüichen Traktes in Angriff. Vor der Mauer wurde zuerst ein nicht zu breiter Graben gezogen, - in dem in der Woche nach dem 20. Juli die Bögen und Kämpfer des Laubengangsgewölbes gefunden wurden. (Abb. 26-27) Später legte man den ösüichen Laubengangstrakt frei, im Dezember wurde schon ein Schutzdach über der Laubengangsmauer angefertigt. 9 Dieses Jahr kaufte die MOB auch den westlichen Teil der Kapellenterrasse. 10 Der ösüiche TeU des Laubenganges wurde Mitte März 1941 bis in die Tiefe der Kämpfer schon in vollem Länge freigelegt, im April auf dem südlichen TeU des Ganges auch die Fussbodenebene erreicht. Im Mai waren die Arbeiten schon auf dem Gebiet des Prunkhofes im Gange, man stiess auf den Unterbau und eine Seitenplatte des Herkules-Brunnens. Eine andere, die sogenannte „Platte mit dem Wappen der Familie Hunyadi" kam am 5. Juni zum Vorschein. Die Bruchstücke des Brunnens und der Zwergpfeiler - alle aus rotem Marmor - wurden gleich nach ihrer Freüegung an Ort und Stelle zusammengeklebt. Die Kellertür und die Sitznischenreihe der östlichen Laubengangsmauer wurden noch im Sommer ergänzt, die Spitzbogentür des östelichen Laubengangstraktes nach Norden im September restauriert (Abb. 28), die Vorhalle des kleinen Kellers neugewölbt. Im Laufe der Freilegung des Prunkhofes kam die Brüstung der Laubengangsarkade zutage, aber nur über der vom Hof her herumlaufenden Steinbank in der Höhe von einer Steinschicht. Im Oktober fand man im westlichen Trakt des Laubenganges auch die untersten Stufen der auf den ersten Stock hinaufführenden Treppe. Es wurde auch der letzte Raum des östlichen Palastflügels freigelegt. Vor der östlichen Palastfassade wurde ein Forschungsgraben geöffnet und man begann mit den Freüegungen des südlichen Flügels auf dem Gebiet des Eingangskorridors mit Sitznischen. Der grosse Keller unter diesem Flügel war auch in der Neuzeit steets in Gebrauch, über ihm kamen stattliche Stützmauer aus dem 18. und 19. Jahrhundert und Regenrinnen zum Vorschein. Sie wurden noch im November abgerissen. Zum Erreichen der Kapellenterrasse wurde eine neue, provisorische Treppe gebaut. Die Arbeiten waren bis zum 20. Dezember im Gange. 11 Im Frühling 1942 setzte man die Freüegung des nordöstlichen Saales und des südlichen Traktes fort (Abb. 30, 34), im Sommer begann man aber mit der Ausgrabung des nördlichen Traktes. Ende August stiess man im östlichen Saal auf den Becken und auf ein Skulpturfragment des Herkules-Brunnens. (Abb. 31) Im nördlichen Aussenhof des Palastes fing man auch mit Ausgrabungen an. (Abb. 32) Anfang September wurde hier die Senkgrube mit Abwasserkanal gefunden, und daneben ein Raum, in dem man eine vermauerte Tür fand (Abb. 33), die - wie es sich später herausstellte - in der nordöstlichen kleinen Felsenhof führte. Ende September wurden die Überreste des Bades gefunden. Im Oktober konnte der westiiche Saal des nördlichen Traktes nach den Ausschneiden eines Nussbaums freigelegt und die Reinigung des Badehofes fortgesetzt werden. 12