Búzás Gergely: Pest megye 1. Visegrád, királyi palota 1. A kápolna és az északkeleti palota (Magyarország építészeti töredékeinek gyűjteménye 2. Budapest, 1990)
Gergely Buzás: Die Kapelle und das Nordöstliche Palastgebäude des Königsschlosses in Visegrád
1943 wurden die Freilegungen im Nordostpalast auf dem Gebiet des nördlichen Aussen- und Badehofes, sowie des Bades fortgesetz. (Abb. 23-24) Im September wurde der südliche Gurtbogen des Badeunterbaues mit Ziegelsteinen ergänzt. Dieses Jahr fing man wieder an die Kapelle zu untersuchen. Es wurde in der Sakristei, in der Auffüllung zwischen der Kapelle und der Felsenwand gegraben und ab 29. November begann die Freilegung der Westfassade der Kapelle mit einem 4m breiten Graben. 13 Hier kam eine grosse, mit dem Wappen der Königin Beatrix verzierte Konsole im Renaissance-Stil zum Vorschein. 14 (Abb. 417-418) Ein Gegenstücksfragment fand Schulek im Inneren der Kapelle. 15 (Abb. 419-421) Zu dieser Zeit wurde die Instandesetzung des Ausgrabungsgeländes schon aktuell: noch 1943 fing man mit der Erneuerung der 1941 provisorisch angefertigten, auf die Kapellenterrasse führenden Treppe an. 16 Die Arbeit wurde im nächsten Jahr fortgesetzt. Im Frühjahr 1944 nahm man die Restaurierung des Südflügels des Palastes in Angriff. 17 Die bischer in der Ausgrabung zutagegekommenen Steinmetzarbeiten liess man grösstenteils da in der Nähe liegen, wo sie zum Vorschein gekommen waren, die kleineren Stücke wurden aber im Prunkhof unter freiem Himmel zusammengetragen. (Abb. 35) Nur die auf den ursprünglichen Platz zurückgestellte Seitenplatten des Herkules-Brunnens bekamen ein provisorisches Schutzgebäude aus Holz. János Schulek wollte den Südflügel bedecken lassen, einerseits um ein entsprechendes Lapidarium zu haben, andererseits um den grossen Keller vor der Durchnässerung zu schützen. 18 Er besorgte auch schon das nötige Holz, und auch die fehlenden Steine der Sitznischen des Eingangskorridors liess er besorgen 19 , er konnte aber schon nicht mehr dazukommen, die Steine zurückzusetzen und das Dach zu bauen: der einzige Kriegsschaden des Palastes war, dass man das Holz fur das Lapidarium und das Schutzdach der Loggia im Prunkhof 1945 zum Bau einer Pontonbrücke weggetragen hat. 20 Die erste Forschungsperiode des Palastes leitete János Schulek im Auftrag der MOB. Das bedeutete meistens, dass er während der Ausgrabungen früher ein- oder zweimal, später vielleicht auch öfters, nach Visegrád fuhr und seine Arbeiter mit Anweisungen versah. 21 Die kurzen Aufzeichnungen der Wochenlohnliste, bzw. die jährlich ein- oder zweimal der MOB geschickten Berichte gelten zumeist als Ausgrabungsdokumentation. Wichtige Informationen geben aber uns die von Schulek gemachten Fotoaufnahmen. Schulek befasste sich von den Funden überwiegend mit den Steinschnitzereien, den genauen Fundort zeichnete er aber nicht auf, höchstens verraten davon die von ihm und von Kálmán Lux zu einigen Vermessungszeichnungen hinzugefügten Anmerkungen, bzw. die Publikationen noch Angaben. Aus dem übrigen Fundmaterial würdigte er nur die wichtigsten Funde einer Anmerkung: er hob einige unversehrte Graphittongefässe, Münze, glasierte Kacheln, Dach- und Fussbodenziegel auf. 22 Er stellte in einigen Fällen auch noch Fundliste zusammen. 23 Die Freilegung beschränkte sich in erster Linie auf die Abtragung des Schuttes und der Auffüllung. Unter das Spätmittelalterliche Gehniveau liess Schulek nur im Laufe der Freilegung des Abflusskanals des Brunnens im Prunkhof abgraben. An den mit der Forschung ab 1941 parallel laufenden Restaurierungsarbeiten nahm neben Schulek Kálmán Lux teil. (Abb. 36) Auf den Mauerkronen beliessen sie die Erde mit Pflanzenwuchs und wo es nicht mehr möglich war, Übergossen sie die Mauern mit Beton 24 , oder bedeckten mit Schindel. 25 Ein Schutzdach kam über die östliche Laubengangsmauer und den Eingangskorridor, bzw. im Winter über den HerkulesBrunnen. 26 Die ersten bedeutenden Berichte über die Ausgrabungen erschienen 1941 aus Schuleks Feder. 27 1942 widmete Tibor Zsitvay einen Artikel dem Visegráder Palast. 28 Die kunstgeschichtliche Literatur konzentrierte sich in erster Linie auf die Funde aus der Matthiaszeit (Matthias Corvinus, König von Ungarn: 1458-1490) und hauptsächlich auf die Renaissance-Denkmäler. Zoltán Nagy machte einige Bemerkungen über das spätgotische Material des Palastes aus der Matthiaszeit. 29 Schulek 30 und nach ihm Dezső Dercsényi 31 behandelten die frühere Periode ganz kurz. János Schulek tasste die Ergebnisse seinen Forschungen 1944 in zwei Manuskripten zusammen. 32 2. 1948-1989 Die nächste Epoche der Freilegung des Palastes begann 1948 nach dreijährigen Stillstand. Im August und September führten die Studenten des Kunsthistorischen Instituts der Budapester Pázmány Peter-Universität unter der Leitung von Kálmán Lux und János Kalmár im Kapellenschiff Ausgrabungen durch, die dann von Dezső Várnai beendet wurden. Der Ziegelboden wurde im Schiff vollkommen freigelegt, aus der hinausgetragenen Erde kamen viele Werksteinbruchstücke, Rippen, Masswerke, Öffnungsrahmenfragmente, Ornaments-