Haris Andrea szerk.: Koldulórendi építészet a középkori Magyarországon Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 7. Országos Műemlékvédelmi Hivatal,)

Lukács Zsuzsa: Előzetes beszámoló a Szeged-alsóvárosi ferences kolostor kutatásáról

der Errichtung des barocken Einganges über dem Gehniveau zerstört wurde, ragte ein wenig aus der Wandfläche heraus. Er war, wie das Südtor, aus Ziegelstei­nen erbaut und mit einer Leibung ausgestattet. Für den oberen Abschluß des Baues fanden wir wegen des Abrisses der Wand, der gleichzeitig mit der Anbrin­gung des barocken Steinrahmens vonstatten ging, keinerlei Anhaltspunkte. Die Fenster des Schiffes an der südlichen Kirchenfassade waren im Mittelalter größer. Etwa um anderthalb Meter unter der heutigen Brustlehne entdeckten wir die verputzten, geweißten Brüstungen und die Ansätze der gotischen Fenster­sprossen. Die Fenster, deren Maßwerke nur aus Zeichnungen bekannt sind, waren dreiteilig. Lediglich ein Maßwerkbruchstück (aus dem 1992 freigelegten barocken Statuenfriedhof) und drei Sprossenfragmente kamen zum Vorschein. Das Steinmaterial der Schnitzwerke stammt aus den Steingruben am rechten Ufer der Mieresch zwischen Härö (Haren, Harau) und Algyögy (Gergersdorf, Geoagiu). Sie wurden wahrscheinlich von den dort ansässigen Steinmetzen ge­fertigt und auf der Mieresch nach Szeged transportiert. (Im Laufe des Baues wurden die Fensteröffnungen im voraus ausgemauert, und die nach Szeged ge­lieferten Steinmetzarbeiten wurden erst später in diese Offnungen gesetzt. In­folgedessen sind die Fensterbrüstungen um einen halben Meter höher geworden als ursprünglich gebaut.) Das schon 1713 zugemauerte Südtor mit Ziegelleibung, das in eine aus der Wandfläche herausragende Toranlage eingefügt war, wurde gleichfalls entdeckt. Der obere Teil dieser Toranlage, zusammen mit dem spitzbogigen Scheitel des Portals mit fünfstufiger Leibung, wurde während der späteren Bautätigkeit zer­stört. Durch die größere „leere" Fläche ohne Strebepfeiler erschien der Torbau noch betonter (siehe die Darstellungen aus dem 19. Jh.). Dort, wo Schiff und Chor aufeinandertreffen, stellten wir fest, daß ihre Wände nicht im Verband gesetzt sind: zuerst wurde das Schiff gebaut, danach der Chor. Das Gewölbe des Schiffes wurde nicht nach dem ursprünglichen Plan gefertigt. Auf dem Dachboden kann man auch noch heute die für das geplante, jedoch nicht verwirklichte Gewölbe ausgebildeten Stellen sehen. Auch beim Chor kann man Planänderungen beobachten. An den nordöstlichen Strebepfeiler des Chores wurden die zwei unteren, mit­telalterlichen Geschosse des Turmes angebaut. Der am Strebepfeiler erhalten ge­bliebene, getünchte Putz bewies, daß die Kirche schon vor dem Beginn des Turmbaues benutzt worden war. Während die Kirche, bis auf den Chorsockel und das sich durch das gesamte Gebäude hindurchziehende Hauptgesims, ausschließlich aus Ziegeln erbaut war, hat man bei den Wänden des Turmes und des Kapitelsaales neben einer großen Anzahl von Quadersteinen auch zahlreiche romanische Steinmetzarbeiten (dar­unter Rippenstücke, Pfeiler- und Säulenbasis, Schnitzwerke aus einem Leibungs­portal, das mit Dreiviertelsäulen geschmückt war, Fensterstürze mit halbkreisför­migem Abschluß, deren äußere Fläche bogenförmig gemeißelt war, usw.) als Bau­material verwendet. Diese Schnitzwerke beweisen, daß die Steine, die während des gotischen Baues verwendet wurden, aus einer mehrschiffigen, gewölbten, aus Quadersteinen erbauten, romanischen Kirche mit halbkreisförmigem Chorab­schluß und mit Leibungsportal stammten. Im Laufe der Instandsetzung des in situ Chorsockels wurden 1992 zwei der Schnitzwerke verrückt. An der Innenseite des einen fanden wir ein Stabwerk, an der des anderen Stücke eines knospenver­zierten Säulenkapitells. Der Chorsockel wurde also aus umgemeißelten romani­schen Steinen gefertigt. Weil die Steine aus romanischer Zeit erst später, also erst nach dem Bau des Schiffes, verwendet wurden (der Sockel des Schiffes wurde

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