Haris Andrea szerk.: Koldulórendi építészet a középkori Magyarországon Tanulmányok (Művészettörténet - műemlékvédelem 7. Országos Műemlékvédelmi Hivatal,)

Lukács Zsuzsa: Előzetes beszámoló a Szeged-alsóvárosi ferences kolostor kutatásáról

Die Forschungen der letzten Jahre bestätigten, daß die Zeichnung den Zustand zwischen der Türkenherrschaft und der großen Barockumwandlung festhält. Das bedeutet zugleich, in Anbetracht der obengenannten türkischen Bauvorschriften, daß sie das Bild des Klosters aus der Zeit vor 1543 wiedergibt. Vom Gesichtspunkt der Forschung aus gesehen sind folgende Details der Ver­messung aus dem Jahre 1713 wichtig: Hinter der Windfangvorhalle, die vor dem Westeingang der Kirche steht und deren Grundmauern freigelegt wurden, ist darauf ein Leibungsportal vermerkt. Nördlich der Kirche, zwischen dem Chor und dem Kapitelsaal, war der Turm noch nicht in seiner ganzen Höhe errichtet; seine Mauern reichten nur bis zur Höhe des Chores. Laut dieser Vermessung ist das Klostergebäude einstöckig und flankiert im Norden und Süden den Innenhof. Nur an der Ostseite sind ungeordnete Neben­gebäude zu sehen. Die Zellen der Mönche befanden sich im Westflügel des Klosters. Der Grund­riß zeigt ein Zellensystem mit Mittelgang, der Gang wurde von Süden her durch Fenster beleuchtet. Das charakteristische Merkmal des Nordflügels, wo sich das Refektorium befin­det, ist, daß alle seine Räume gewölbt waren. Ahnlich anspruchsvoll wurde auch der auf der Hofseite verlaufende Gang gebaut, der sich auch im Ostflügel fort­setzt, wo er aber - nach dem Treppenhaus - ohne jegliche Verbindung zu den auf der Ostseite befindlichen Wirtschaftsgebäuden endet. Auf dem Grundriß ist hier bloß ein Mauerstutzen zu sehen. Vor dem Süd- und Ostflügel auf dem Hof läuft ein zweistöckiger Gang, dessen Erdgeschoß aus Ziegeln und dessen Stockwerk in Fachwerk-Konstruktion gebaut wurde. (Der Grundriß zeigt diesen Gang auch vor dem Westflügel.) Zwischen 1713 und 1772 kam es zur Barockisierung des Klosters, als ein einge­schossiges, aus gewölbten, auf den um den viereckigen Klosterhof herumlaufen­den, gewölbten Gang gehenden Räumen bestehendes, einheitliches Gebäude ge­schaffen wurde. Auch die beiden oberen Stockwerke des Turmes wurden erbaut. Pál Molnár, der Oberingenieur der Stadt, hat 1862 Vermessungen über die Kirche gemacht. Aus diesen kennen wir die damals noch vorhandenen Bruch­stücke der Fenstermaßwerke mit Fischblasenmuster. Auf seinen Zeichnungen fehlen, ebenso wie auf dem Grundriß aus dem Jahre 1713, die Strebepfeiler neben dem Südtor. Imre Steindl hat 1876 großangelegte Pläne für den Umbau der Kirche gefer­tigt, deren Verwirklichung aber die Szegeder Überschwemmung 1879 verhinder­te. 1900 wurden neben dem Südtor zwei Strebepfeiler errichtet, der Eingang zur Gruft unter dem Chor, der aus den Zeichnungen bekannt ist, wurde abgerissen und die noch erhaltenen Bruchstücke der Fenstermaßwerke wurden zerstört. Die äußere Erforschung der Kirche führten wir 1984/85 durch. Ihre Ergebnis­se wurden durch die am Ende der 80er Jahre (nach dem Abschluß dieses Manu­skriptes) weitergeführten Beobachtungen ergänzt, und wir erachten es für not­wendig, daß sie, in Anbetracht der Tatsache, daß die Erforschung der Kirche jetzt für eine längere Zeit beendet wurde, in dieser Studie zusammengefaßt werden. An der westlichen Fassade der Kirche, nördlich und südlich des mittleren Fen­sters, legten wir je ein gotisches Fenster, die bereits 1713 zugemauert waren, frei. Sie wurden, als man die anderen Fenster mit Maßwerk versehen hat, zugemau­ert. Nie dienten sie als Öffnung. Der mittelalterliche Torbau des westlichen Kircheneinganges, der während

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