Műemlék-helyreállítások tegnap, ma, holnap (A 27. Egri Nyári Egyetem előadásai 1997 Eger, 1997)

Előadások - Gerhard GLASER: Der Wiederaufbau der Frauenkirche als Denkmalpflegerische Aufgabe

Bereits im Februar 1946, mit Vorlage des Wiedcraufbauplanes seitens der Stadtverwaltung durch Stadt­baurat Dr. Conert, hatte man sich zur Tradierung der historisch gewachsenen Stadtgestalt bekannt - aus Identitätsbewußtsein und wohl pragmatischen Überlegungen zugleich. Der Wiederaufbau der die Stadt prägenden Denkmale war damit freilich keineswegs gesichert angesichts progessiv wachesen den Einflusses der kommunistisch dominierten Stadtverwaltung, die die baulichen Zeugen der ihrer Auffassung nach gerade überwundenen ehemals herrschenden Klassen nicht für besonders wert hielt, in die zu schaffende sozialis­tische Stadt zu integrieren. So wurde auch der beretis 1947 durch die Synode der evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens beschlossene Wiederaufbau der Frauenkirche mehr und mehr zur Illusion, nicht zuletzt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Staat und Kirche. Dennoch hielten die Dresdner an ihren Trümmern fest, die sie, wie die ruinen der anderen Monumente auch, in zähem Ringen mit der SED-Stadtleitung im Blick auf einen späteren Wiederaufbau hinhaltenden verteidigten, sie gleichsam als Hoffnung vor sich hertragend auf eine Zeit, von der sie nicht wußten, wann sie eintreten würde. Als 1959 auf Veranlassung des politisch außerordentlich einflußreichen neuen Generaldirektorts der Staatlichen Kunst­sammlungen, Max Seydewitz, begonnen wurde, die Trümmer der Frauenkirche mit dem Ziel einer sauberen sozialistischen Stadt zu beräumen, gelang es Hans Nadler, der säschsischen Denkmalpflege vorstehend, mit jenem öffentlichen kulturellen Bewußtsein im Rücken, dies zu stoppen. Nadler hat noch etwas anderes getan. Er hat den Architekten Arno Kießling, der 1937-43 gemeinsam mit dem Statiker Georg Rüth an der Sicherung des Baues und restauratorischen Wiederherstellung des Innenraumes tätig war, nach 1945 beauftragt, alle Unterlagen jener Zeit zusammenzustellen, auszuwerten, Aufmaße 1:50 zusammenzuzeichnen, damit den Bau zu dokumentieren, aber auch die Voraussetzungen für einen Wiederaulbau zu schaffen. In den westlichen deutschen Bundesländern waren derartige Aufgaben Ende der 60er Jahre im wesentlichen abgeschlossen, in den östlichen blieben die Wunden des Krieges allgegenwärtig bis 1989, im Zentrum Dresdens der horror vacui der abgeräumten Stadt bis heute. Im Bewußtsein des Aufbruches 1945, im Bewußtsein der Lähmung danach, im Bewußtsein des Kampfes der in ihrer Stadt Gebliebenen um ihre kulturelle Identität ging 45 jähre nach dem Zusammensinken des Kuppelbaues, nachdem 45 Jahre lang der Wille zum Wiederaufbau der Frauenkirche nicht erlahmt war, am 13. Februar 1990 der „Ruf aus Dresden" in die Welt:"Wir wollen uns nicht damit abfinde, daß dieses ein­malige und großartige Bauwerk Ruine bleiben soll oder gar abgetragen wird. Wir rufen auf zu einer weltweiten Aktion des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche zu einem christlichen Weltfriedenszentrum im neuen Europa... Damit würde der Weltkultur ein architektornisches Kunstwerk von einzigartiger Bedeu­tung wiedergeschenkt, das mit dem Namen des genialen Erbauers Georg Bahr, aber auch mit den Namen Gottfried Silbermann, Johann Sebastian Bach, Heimich Schütz und Richard Wagner verbunden ist. Damit würde ein steinernes Zugnis des christlichen Glaubens wiedererstehen, ... damit würde eines der schönsten Städtebilder im Herzen Europas wieder seine beherrschende Bekrönung, die „steinerne Glocke" erhalten, ohne die der Wiederaufbau Dresdens Stückwerk bliebe. " Aus diesem Aufruf spricht nicht nur das Identitätsbewußtsein Dresdner Bürger, die sich eingebunden fühlen in europäische Kultur, es spricht daraus auch ein Denkmalverständnis, das sich nicht beschränk allein auf das Materielle des Denkmals, sondern seine Gestalt beschwört über das originäre materielle Gefüge hinaus, seine Gestalt als Denkmal der Architektur in Verbindung mit den Denkmalen anderer Künste, z. B. der Musik, als lebendige, als anschauliche Geschichte. Für die Frauenkirche trifft derüber hinaus zu, daß der Bau durch seine Zerstörung eine weiterehohe geschichtliche Bedeutung erhalten hat. Dieses Faktum ist nicht erst Gegenstand prinzipieller Diskussionen seit dem „Ruf aus Dresden". Das Protokoll der 3. Bergungs- und Wiederaufbausitzung am 21. August 1945 faßt eine solche Erörterung so zu­sammen: „Nach Ansicht verschiedener Herren wird der Vorschlag Dr. Grohmanns. den Neumarkt mit den

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