Műemlék-helyreállítások tegnap, ma, holnap (A 27. Egri Nyári Egyetem előadásai 1997 Eger, 1997)

Előadások - Gerhard GLASER: Der Wiederaufbau der Frauenkirche als Denkmalpflegerische Aufgabe

Ruinen der Frauenkirche nach Beseitigung des Schuttes als Forum in der jetzigen Form bestehen zu lassen, technischen Schwierigkeiten begegnen, da vor allem die Ruinenteile der Frauenkirche nach dem Wegräumen des Schuttes und bei einsetzendem Frost einstürzen werden." In der Tat war ja die Wirkung der Ruinen als Mahnung gegen Krieg und Zerstörung, gegen umechten Gebrauch der Macht eine außerordentliche. Die Monumentalität dieser Wirkung aber war vor allem durch die Leere rings um die Ruinen gegeben. Ruinen und unbebautes Neumarktgebiet bildeten gewissermaßen Denkmalanlage, eine Sachgesamtheit in Sinne des Denkmalschutzgesetzes. Die zu bewahren, war bereits im August 1945 nicht gewollt. Eine solche Denkmalanlage wäre letztlich gegen das Leben in Zentrum einer Stadt gerichtet gewesen. Hätte man sie aber durchgesetzt, müßte wohl gelten, was mir ein Bürger Dresdens, Rudolf Behrens am 29. Januar 1991, damals 79jährig, schrieb, als leitende Mitarbeiter der Evangelisch­Lutherischen Landeskirche Sachsens sich gegen einen Wiederaufbau ausgesprochen hatten: „Die Denkschrift des Landeskirchenamtes vom 23. 1., die Kirchenruine als Mahnmal gegen den Krieg und Sühnemal gegen kollektive Schuld zu erhalten, trifft so uns Dresdner alein, denn allenthalben in Deutschland wurden und werden Ruinen wieder aufgebaut. Da wir Dresdner gewiß nicht die alleinigen Sünder für das Kriegs­verbrechen sein können, müßte dann wohl die Ruine als deutsche Wallfahrtsstätte alle Deutschen zur Pilgerfahrt nach Dresden zwingen..." Aus ähnlichen Erwägungen, im Bewußtsein deutscher Schuld, haben ernstzunehmendc Vertreter deut­schen Geisteslebens sich 1947 gegen den Wiederaufbau von Goethes Geburtshaus in Frankfurt am Main gewandt, dessen Verlust ja nicht die Folge eines Bügeleisenbrandes oder Blitzschlages gewesen sei, wie Walter Dirks in „Mut zum Abschied" formulierte. Die weltweite Umfrage des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt am Main vor dem Beginn des Wiederaufbaus erbrachte überwiegend Ermutigung, und Hermann Hesse schrieb:"Vielleicht ist die Zahl der Menschen in Deutschland wie außerhalb heute noch nicht so sehr groß, welche vorauszusehen vermögen, als welch vitaler Verlust, als welch trauriger Krankheitscherd sich die Zerstörung der historischen Ställen erweisen wird. Es ist damit nicht nur ein großes edles Gut vernichtet, eine Menge hoher Werte an Tradition, an Schönheit, an Objekten der Liebe und Pietät zerstört: Es ist auch die bildende und durch Bilder erziehende Umwelt der künftigen Geschlechter und damit die Seelenwelt dieser Nachkommen eines unersetzlichen Erziehungs- und Stärkungsmittels, einer Substanz beraubt, ohne welche der Mensch zwar zur Not leben, aber nur ein hundertfach beschnittenes, verkümmertes Leben führen kann." Hermann Hesse spricht von der durch Bilder erziehenden Umwelt, letztlich vom Bilde des Ursprünglichen. Georg Hartmann, der Vorsitzende des Freien Deutschen Hochstifts, setzte in seiner Rede zur Wiederer­öffnung des Goethehauses 1951 Walter Dirks' „Mut zum Abschied" entgegen: „Wir sagen: Mutzur Treue." Kontinuität kulturelle Entwicklung setzt sich durch, so auch in Dresden. Der Denkmalpflege hätte das nie bewirkt, hätte er das auch noch so sehr als seine Aufgabe angesehen. Das allgemeine kulturelle Bewußtsein hat es bewirkt, und daraus erwächst nun für den Denkmalpfleger die Verantwortung, ein Maximum des körperlich Überkommenen der Nachwelt zu bewahren und im übrigen es wieder zum Bilde des Denkmals ergänzend zu fügen, auf daß es zukünftig die Kraft im Sinne Hermann Hesses wieder ausüben kann. Es erwächst ihm die Verantwortung, dies mit dem „Mut zur Treue" im wörtlichen Sinne zu tun. Aus den Er­fahrungen in den westlichen Ländern Europas und im Blick auf ansehende Aufgaben in den noch immer kriegszerstörten Städten im Osten haben auf einem ICOMOS-Regionalkongreß in Dresden am 19. November 1982 zehn europäische Staaten, darunter auch die alte Bundesrepublik Deutschland, Osterreich und die Schweiz, eine Erklärung zur denkmalpflegerischen Dimension des Wiederaufbaues kriegszerstörter Städte verabschiedet. Darin heißt es im Artikel 7: „Bei der Wiederherstellung von kriegszerstörten Denkmalen sind mannigfaltige methodische Möglichkeiten entwickelt worden. Die Vielfalt der Überlegungen ist in jedem einzelnen Falle angebracht. Sie reicht von der Konservierung von Ruinen als Mahnmale bis zur vollständigen

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