Magyar Műemlékvédelem 1980-1990 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 10. Budapest)
Helyreállítások - Kaba Melinda: Az aquincumi Thermae maiores feltárása (1778-1984)
ein steinernes Lager gebaut. Die Garnison der Legio II. Adiutrix, ein 6000 Kopf starkes, schwerbewaffnetes Militärkorps war hier im Donauknie, an einem wichtigen Punkt des 100 km langen pannonischen Limesabschnitts stationiert. Im Gebiet unserer Hauptstadt fand die erste archäologische Grabung 1778 statt. Am heutigen Floriansplatz ließ ein Grundbesitzer eine Kalkgrube graben und bei der Erdaushebung stieß er auf "alt" gedachte Mauern. Darüber benachrichtigt begann der Bibliothekar und Lateinprofessor István Schönvisner an der Stelle eine archäologische Erschließung. Das Ergebnis der Grabung war ein mit Hypocaustumheizung ausgestatteter, 15 x 8 m grosser, in recht gutem Zustand erhaltener Saal. Der Fußboden war durch 293 steinerne Säulen und Backsteinpfeiler unterstützt. Die Nachricht der archäologischen Sensation erreichte auch den kaiserlichen Hof, worauf Maria Theresia die angemessene Bewahrung und Bekanntmachung der Funde verordnete. Noch im Jahr der Ausgrabung erschien Schönvisners lateinischer Bericht "De ruderibus Laconici Caldariique romani" betitelt. In seinem Werk stellte er fest, daß der durch ihn erschloßene Raum Teil eines, im Gebiet des Militärlagers des antiken Aquincum errichteten öffentichen Bades war, welches einst für die ständige Garnison der Stadt, die 6000 Mann starke Legio U. Adiutrix errichtet wurde. Seine Annahme wurde durch einen, bei der Kanalisierung der Szentendrei út 1849 gefundenen, beinschrifteten Stein bestätigt. Wie ein in Stein gemeißeltes Baudokument berichtet die Inschrift, daß 268, zur Zeit des Kaisers Claudius II verschiedene Teile der hier stehenden Thermae maiores restauriert und von neuem den Bewohnern des Lagers Aquincum, der Legio U. Adiutrix übergeben wurde. Über den Trümmern des Bades wurde 1778 auf kaiserliche Verordnung ein Schutzgebäude errichtet, das das erste derartige Bauwerk des Denkmalschutzes in Ungarn war. Auf den glücklichen Anfang folgte 152 Jahre später am selben Ort die Freilegung des sich dem Saal anschliessenden Kaltwasserbassins. Die Ausgrabung leitete Lajos Nagy. Beide Räume wurden nach den Entwürfen des Architekten Isrván Möller in dem Kellerraum des neuerrichteten Wohnhauses Floriansplatz 3 eingefaßt. Hier wurde ein Museum eingerichtet und die Funde auf diese Weise für jedermann zugänglich gemacht. 1960—62 wurde auf dem benachbarten Grundstück Floriansplatz 5—7 ein sechsstöckiges Wohnhaus gebaut. Vor Beginn der Bauarbeiten nahmen wir hier Ausgrabungen vor. Ein Teil von zwei weiteren Räumen des Bades (Nr. 12 und 13) sowie der Exedra-Abschluß der Palästra ergänzten den bisher bekannten Grundriß. Um die Mitte der 70-er Jahre beschloß der Rat der Haupstadt die Modernisierung der nach dem Donauknie führenden Straße M— 11, sowie deren Anschluß an den Knotenpunkt der Árpád-Brücke mit Errichtung von Fußgängerüber- und Unterführungen gleichzeitig mit der beträchtlichen Verbreiterung der Brücke. Dieses großzügige Programm bot die Möglichkeit, wieder an verschiedenen Orten, darunter im Umkreis des Bades die Forschungen fortzusetzen. Vor Allem wollten wir die Ausdehnung des Bades nach Westen feststellen, mit dem Gedanken, die Mauerreste im Freien vorzuführen. Trotz der knapp bemessenen Zeit und der räumlichen Beschränkung hatten 1977 und 1979 die vorläufigen Grabungen bereits das Bestehen einer monumentalen Badeanlage bestätigt. Obwohl bei der Planung der Brücke die antiken Trümmer nach Möglichkeit berücksichtigt wurden und die Entwürfe in deren Kenntnis verfertigt waren, ergaben sich während der 1981 begonnenen Ausführung zahlreiche unerwartete archäologische Über-raschungen und gleichzeitige Probleme, sowie mehrfache Notwendigkeit der Umarbeitung der Pläne. 48 Räume der 15 000 m 2 Fläche bedeckenden Thermen kamen ans Tageslicht. Die verschiedenen Räume reihen sich symmetrisch, wie Spiegelbilder zu beiden Seiden einer Nordsüdachse: Apodyterien, Tepidarien, Nymphäen, Caldarium, Sudationen. Die Hypocausten der Räume sind in der Mehrzahl in recht gutem Zustand erhalten geblieben, wie auch die Wärme durchleitenden Maueröffnungen und Praefurnien. Einem freigelegten Alveus (Nr. 44.) des Caldariums war die intensive Wärme durch speziale Präfurnien gesichert. Das Bad wurde im 2. Jh. errichtet, dann wiederholt vergrößert, umgebaut und renoviert. Aus der 2. Hälfte des 4. Jh. zeigten sich Spuren eines schweren Brandes im Westteil, was durch Ziegel mit dem Stempel des Kaisers Valentinianus I datiert ist. Ebenfalls im Westflügel wurde die mit Nummer 38, bezeichnete Raumgruppe über das frühere Bad gebaut, vermutlich der Badetrakt der Privatresidenz des Militärkommandanten. Die Wände des Gebäuden waren mit "opus mixtum"Technik gemauert mit abwechselnden 4-4 Reihen von Ziegeln, bzw. Quadersteinen. An den Kanten der Mauerkörper waren Semilateres in die Reihen gelegt. Die Mauern der Hypocaustum-Räume waren aus schwer durchbrennenden Flußgeröllsteinen gebaut, während die Säulen aus Tuffstein, die Pfeiler aus Backsteinen ausgeführt waren. Die Fußböden waren mit großen Steinplatten belegt, öfters wurde aber Terazzo angewendet. Ein besonders schönes Detail ist das nach dem Umbau der Piscina verfertigte Ziegelpflaster mit "opus spiccatum"-Muster und das Mosaik des Raumes Nr. 29. aus Biskuitziegelchen. Allein der Fußboden der Sudatio Nr. 35. war mit einem farbigen Mosaik geschmükt, von welchem eine 1 m 2 große Fläche bereits Schönvisner gefunden hatte. Bei der Verfertigung von Rekonstruktionsskizzen bereitete die Darstellung der Palästra die größte Mühe. Nach unseren Vermutungen sollte diese große Halle mit 80 x 30 m Abmessungen eher "basilica thermarum" genannt werden, wo außer Sport auch Militärfeierlichkeiten veranstaltet werden konnten. Nach der Rekonstruktion von Gyula Hajnóczi stand die für die Zuschauer errichtete Tribüne am Westende der Halle, nachdem die an die Längswand anschmiegende Säulenreihe hier nicht fortgesetzt wurde. Von hier aus eröffnete sich auch ein ausgezeichneter Überblick über den ganzen Saal und ebenfalls von hier aus kam die dekorative Architektur der abschließenden Exedra am besten zur Geltung. Am 4. November 1984 fand die Weihe der renovierten und verbreiterten Árpád-Brücke, sowie der anschließenden Unterund Überführungen zusammen mit dem Thermen-Museum statt. Ein einzigartiges Denkmalensemble breitet sich vor dem Besucher aus. Zu Füßen der modernen Stahlbetonpfeiler vereint sich eines der größten Bäder des römischen Reichs nördlich der Alpen mit der Gegenwart. Die Sorgen und Freuden der 4 Jahre währenden Arbeit, die Gefühle der Mitarbeiter fassen die Worte der Bronzetafel bei dem Eingang in einem Satz zusammen: TN HONOREM FABRUM LEG II ADI AEDEFICATORES PONTIS HUTUS ANNO MCMLXXXJJH Zu Ehren der römischen Bauleute Die Erbauer dieser Brücke 1984