Magyar Műemlékvédelem 1991-2001 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 11. Budapest, 2002)

Bérczi László: A Sala terrena falképei a szombathelyi püspöki palotában

26 Kádár Zoltán: Savaria. Bp. 1958. 22. 27 Bél Mátyás rajzát közli B. Thomas 1966. (12. jegyzetben i. m.) 144.; Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) 61. és XIV. t. 28 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i, m.) 45. és 1.1, 29 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) 51. és IX. t. 30 Paulovics István: Lapidarium Savariense. Szombathely, 1943. 47. 31 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) 50. és VI. t. 32 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) 49. és IX. t. 33 Paulovics 1943. (30. jegyzetben i. m.) 8. 34 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) Tov.XVII. 35 B. Thomas 1966. (12. jegyzetben i. m.) 126., 129-130, 36 P. Ovidius Nasonis: Fastorum libri sex. Budapest, 1954. II., 581-616. 37 B. Thomas 1966. (12. jegyzetben i. m.) 129-130. 38 Ókori lexikon (7. jegyzetben i. m.) 780-781.; Trencsényi Wal­dapfellmre: Mitológia. Budapest, 1960, 269.; 7. Hudik 1997. (24. jegyzetben i. m.) 757-758. 39 A szentivánfai oltárképet M. Nagy Éva és M. Bán Beatrix resta­urálta az ÁMRK műtermében. Művészettörténész: Pattantyús Manga. Mivel ez egy újszerű megfigyelés, további művészettör­téneti kutatásra van szükség. 40 Idézi: B. Thomas 1966. (12. jegyzetben i. m.) 141. és 152101. 41 Schoenvisner 1791. (6. jegyzetben i. m.) 61. és XIII. t. 42 B. Thomas 1966. (12. jegyzetben i. m.) 130. 43 A falkép restaurálást Faragó Ferenc, Mányoki Sándor, Törő Ro­zália és Verebes Dóra festő-restaurátorművészek végezték el. (A Sala Terrena falképeiről a fotókat készítette: Kenéz Pál. A 29., 30. képet készítette: Faragó Ferenc.) DIE WANDBILDER DER SALA TERRENA IM BISCHOFSPALAST VON SZOMBATHELY LÁSZLÓ BÉRCZI Die Sala terrena des Bischofspalastes in Szombathely ist auch mit europäischem Maßstab gesehen einer der herausragendsten Werke der ungarischen Kunst. Die Besonderheit verdankt der Saal dem glücklichen Zusammentreffen von drei Faktoren. Dies sind: die reiche historische Vergangenheit von Szombathely bzw. die Vielzahl der freigelegten römischen Denkmäler, die in Rom geführten Studien des Bischofs János Szily und daraus folgend sein Interesse für die römis­che Kunst und sein großes Fachwissen, der Zeitpunkt des Ent­stehens der Wandbilder fällt in die qualitativ beste Schaffensperiode des Malers István Dorffmaister. Einer der verwundbarsten Stellen des römischen Reiches ist das GePiet zwischen Donau und den Alpen. Deshalb musste die Grenze bis zur Linie der Donau hinausgeschoben werden. Diese schwere Aufgabe löste der Erbe von Augustus, Kaiser Tiberius mit der voll­ständigen Einverleibung des Gebietes (12 - 19 n. Chr.). Die Organi­sierung des eroberten Landes zur neuen Provinz Pannonién erfolgte erst unter Kaiser Claudius (41 - 54 n. Chr.), Die Hauptstadt von Pannonién wurde Savaria, wo man imposante Bauwerke errichtete. Diese verfielen zur Zeit der Völkerwanderung größtenteils, aPer ihre Überreste waren auch im 18, Jahrhundert noch gut sichtbar. Diese arbeitete Stephan Schoenvisner in seinem Buch „Antiquitatem et históriáé Sabariensis ab origine usque ad praesens tempus libri novem, Pestini, 1791." detailliert auf. Maria Theresia trennte vom Győrer Bistum eine neue Diözese ab, deren Sitz 1777 Szombathely (Savaria) wurde. Zum ersten Bischof ernannte die Königin János Szily von Felsőszopor. Seine ausgezeichneten Ergebnisse im Győrer Seminar ermöglichten ihm, seine Studien 1755 - 1758 im römischen Collegium Germanicum Hungaricum zu beenden. Zur Zeit des Amtsantritts von Szily war Szombathely ein unbedeutender Markt­flecken, wo außer den drei Kirchen nur die Ruinen der mittelalter liehen Burg zwischen den eingeschossigen Häusern hervorragten. Der Bischof verkündete ein sehr entschlossenes, konkretes Ent­wicklungsprogramm. Zuerst suchte er einen entsprechenden Architekten, Seine Wahl fiel mit sehr gutem Gefühl auf einen bedeu­tenden Meister seiner Zeit, den Wiener Architekten Melchior Hefele (1716 - 1794). Nach seinen Plänen ließ Szily 1778 das Seminar erbauen, dann zwischen 1779 und 1783 den Bischofspalast, schließlich begann man 1791 den Bau des Domes, Zur Ausmalung der Gebäudeinneren wählte er mit gleich hohem Anspruch den bedeutendsten, in Ungarn wirkenden Maler, Franz Anton Maul­bertsch (1724 - 1796). Dieser Plan konnte aber nicht vollständig ver­wirklicht werden, da Maulbertsch wegen anderer Verpflichtungen und seiner Krankheit nicht allen Vorhaben nachkommen konnte. Deshalb verpflichtete Szily ab 1782 für die Verrichtung kleinerer Arbeiten den beliebten ungarischen Maler István Dorffmaister (1729 - 1797). So kam es auch zur Anfertigung der Wandbilder der Sala terrena. Die Innenausmalung des Bischofspalastes begann man im ersten Stockwerk. Hier malte im Prunksaal Maulbertsch vier bedeutende Ereignisse aus der Geschichte von Savaria: 1. Kaiser Claudius grün­det Savaria; 2. Die pannonischen Legionen erklären Septinus Seve­rus zum Kaiser; 3. Constantinus Clorus gibt in Savaria Gesetz; 4, Die Hunnen verwüsten Savaria, Die Decke schmücken die Bilder der beiden Heiligen der Stadt: hl, Quirinus und der Bischof hl, Martin, Im Refektorium wurden die berühmten Stiche von Piranesi plaziert, die wahrscheinlich Szily während seiner Studienreise in Rom gekauft hat. Aus der Thematik der Darstellungen geht eindeutig hervor, dass János Szily sich als Rechtserben der römischen Bischöfe, seinen Sitz als den von Savaria betrachtete. Diesen Willen bezeugt auch die Ikonographie der Wandbilder in der Sala terrena. Der Saal liegt im Nordflügel des Erdgeschosses. Seine Fenster sehen zum Seminar, dem Platz vor dem Dom. Ursprünglich verband die Fassaden des Palastes und des Seminars eine mit Scheinarchitektur geschmückte Wand. So war der heutige Platz geschlossen. Hier und an der Stelle des Domes war jener Garten, der während des Palastbaus angelegt wurde. Auf den Wandbildern der Sala terrena sind mythologische Szenen, gemalte Götterstatuen, spielende Amoretten und nach den Piranesi-Stichen gemalte römische Ruinen zu sehen. Interessant ist, dass in die mythologischen Szenen und in den Vordergrund der Ruinen aus Rom darstellenden Kompositionen römische Stein­fragmente hineinkomponiert wurden, die man in Szombathely fand, die gemeinsam mit vielen anderen Schnitzwerken im Ziergarten plaziert waren. So konnte man die hier abgebildeten antiken Kunstdenkmäler beim Blick aus dem Fenster oder beim Heraus­gehen durch die Seitentür im Original besichtigen. So präsentierte dieses Ensemble die römische Kontinuität, erfüllte andererseits jene Funktion der Sala terrena völlig, dass sie den Innenraum mit der Natur verband. Die Studie gibt mit Hilfe der bislang unberück­sichtigten Analogien die Interpretierung und an mehreren Punkten neuartige Erklärung des ikonographischen Programms der Wand­bilder.

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