H. Németh István - D. Szakács Anita: Johann Wohlmuth soproni polgármester naplója 1717-1737 (Sopron, 2014)

H. Németh István: A város szolgálatában Johann Wohlmuth pályafutásának várospolitikai tényezői

Die Karriere von Johann Wohlmuth im Spiegel der Stadtpolitik einen Umbau bestand, eher umzuackern oder als Weide zu gebrauchen. Die ungenutzten Wiesen hätte der Kommissar gern in Ackerland umgewandelt gesehen. Das Brennholz, das man bei der Unterbringung der einquartierten Soldaten und Militärpferde verbrauchte, muss allerdings schnell aufgebraucht gewesen sein, denn 1734 entstanden Berichte darüber, dass Odenburg kaum Einkünfte aus seinen Weiden und Wäldern hatte — letztere verwendete man nämlich zur Verpflegung des Militärs. Brennholz war so gefragt, dass die Stadtbürger, ja sogar die Stadt, Bauholz und das Holz für Pfähle aus der Steiermark bestellen und kaufen mussten. Um die Entrichtung der Kriegssteuer zu sichern, versuchte aber der Kommissar, jede wirtschaftliche Möglichkeit auszunutzen. Die Besitzer, deren Grundstück oder Mühle von der Einquartierung freigestellt war, wurden verpflichtet — wenn auch unter Beibehal­tung ihrer persönlichen Immunität — gewisse Summen in die Kriegskasse einzuzahlen. Péterffys Vorschläge sollen nur teilweise verwirklicht worden sein, denn die Untersuchung im Jahre 1734 ergab — oft auf seine Statuten bezogen — ähnliche Ergebnisse wie die Unter­suchung beinahe zwanzig Jahr früher. Vor allem wollte man die Freiheiten abschaffen. Unter den Vorschlägen der Ungarischen Kammer befand sich auch ein Entwurf, den Kreis derjenigen Einkünfte zu erweitern, nach denen die Taxen nicht in die Domestikal- sondern in die Kriegskasse eingezahlt werden musste. Dazu gehörten zum Beispiel die Taxen auf die Geschäfte der Kaufleute und auf die auf Stadtweiden gezüchteten Rinder.74 Modernisierung der Rechnungsführung Die staatliche Kontrolle über die Stadtwirtschaft erwies sich am prägnantesten auf dem Gebiet der Überprüfung der städtischen Rechnungen. Es wurde eine neue Verwaltungs­struktur und eine neue Rechnungsdisziplin eingeführt, in deren Rahmen die Kameralräte versuchten, die Elemente der Stadtwirtschaft an die zeitgenössischen Wirtschaftstheorien angepasst zu regeln. Im Grunde genommen wollte der Staat — im Vordergrund seine eige­nen Interessen schützend - in den unter seiner Obrigkeit stehenden Städten eine fachkun­dige, moderne Wirtschaftsleitung einführen. Um tatsächliche Vergleiche ziehen zu können, verband man von Seiten der Landesstellen (Hofkammer, Ungarische Kammer, Zipser Kammer, Königlich-ungarischer Statthaltereirat, Königlich-ungarische Hofkanzlei) diesen Prozess mit der einheitlichen Regelung und Normierung der städtischen Wirtschaft und des Rechnungswesens. Die Wiener Stadtverordnung von Ferdinand I. verlangte vom Magistrat schon 1526 eine strenge und transparente Rechnungsführung, insbesondere die Waisenkas­se betreffend, aber auch in anderen Bereichen des städtischen Finanzwesens.75 Diese Forde­rung tauchte also in den österreichischen Ländern schon im 16. Jahrhundert auf. Anfänglich versah ein städtischer Beamter die Aufsicht über die Stadtrechnungen. Ab dem ersten Drit­tel des 17. Jahrhunderts wollte man diese Aufgabe einem auswärtigen und unparteiischen Fachmann übertragen. In diesen Jahrzehnten fanden zahlreiche Untersuchungen durch die verschiedenen königlichen und kameralen Kommissionen statt, die mit der einige Jahre zurückreichenden Revision der Stadtwirtschaft und der Rechnungsbücher beauftragt wa­ren.76 Ähnliches lässt sich auch in den Fürsten- und Herzogtümern des Heiligen Römischen 74 MNL OL A 20 (Litt cam. Hung.) 1716. Nr. 29., 1734. Nr. 4. 75 Baltzarek, 1971. 118-129. 76 Rankl, 1954. 78-79., 164-173.; Aumüller, 1950. 15-18.; Gutkas, 1965.; Tiechelmann, 2001. 50-54.; Wiener Stadt- und Landesarchiv, Handschriften, A 6/2. pag. 152-155. 51

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