Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Gebäude - Manfred Wehdorn-Michael Wistawel: Zur Reviatlisierung

Zur Revitalisierung 73 Links: Mittlere Archivtreppe mit der neuen Liftanlage im Hintergrund Rechts: Restaurierte Glasschale im Besprechungszimmer (Dachgeschoß) Stuckausstattung frei von Lastabtragungen und Schwingungen zu halten. Daß Vorkehrungen dieser Art nicht „übertriebene Sorgfalt" sind, bewies im gegenständlichen Fall auch der Zustand des Deckengemäldes über dem Prunkstiegenhaus, dessen gravie­rende Schäden zu einem Gutteil von einem unprofessionellen Ausbau des Dachraumes mit einer Holzwand, die auf der Decke des Stiegenhauses aufsaß, herrührten. Nach Durchführung dieser Unterfangungsarbeiten für die Dachgeschoßräume gestaltete sich die Sanierung der malerischen und plastischen Ausstattung des Stiegenhauses als klassische Restaurierungsarbeit. Wieder waren es scheinbar unterge­ordnete Probleme wie die notwendige Verstärkung des historischen Geländers, die viel Fachwissen und Einfühlungsvermögen seitens der Planer verlangten. Intensivste Detailplanung erforderte auch das Eingangsfoyer, das dem Prunkstiegen­haus im Erdgeschoß an der Seite zum Minoritenplatz hin vorgelagert ist. Während der Terrazzoboden im Prunkstiegenhaus erhalten werden konnte, war jener im Eingangsfoyer aufgrund des hohen Zerstörungsgrades bedauerlicherweise nicht mehr zu retten. Aus Gründen des Gesamterscheinungsbildes entschloß sich die Denkmalpflege zu einer Wiederherstellung des mit Rankenmotiven verzierten Terrazzobodens, die zweifellos als eine handwerkliche Meisterleitung hervorgehoben werden muß. Im gestalterischen Gegensatz hierzu erfolgte der Einbau des in unseren Klimazonen unver­meidlichen Windfanges als Nur-Glas-Konstruktion. An vielen Stellen im alten, „neuen Haus", zum Beispiel im neu geschaffenen Besprechungszimmer im Dachgeschoß, wird diese Dialektik zwischen Alt und Neu

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