Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Gebäude - Manfred Wehdorn-Michael Wistawel: Zur Reviatlisierung

70 Zur Revitalisierung In diesem Sinn war bereits die Eingerüstung außergewöhnlich: Die vorhersehbaren, langfristigen Restaurierungsarbeiten im Bereich der historischen Dachkonstruktion, des abgehängten Gewölbes und der gesamten Straßenfassade mit der Figurengruppe in der Attika machten eine komplette Einhausung des bestehenden Gebäudes sinnvoll, wobei aus statisch-konstruktiver Sicht Winddrucke bis 80 Stundenkilometer einkalkuliert wer­den mußten. Die Lastabtragung der Notdach-Konstruktion war dementsprechend kom­pliziert und erfolgte straßenseitig über eine doppelte Fassadengerüstung, hofseitig über Konsolen und massive Stahlträger, weil es hier auch noch einen später errichteten Hofeinbau (die Telefonzentrale des Bundeskanzleramtes) zu überbrücken galt. Unter dem Schutz dieser geradezu monumentalen Einhausung konnten die Arbeiten im Dachbereich ungehindert auch während der Wintermonate erfolgen. Wie so oft erwiesen sich die optisch filigranen Eisenkonstruktionen, die den Dachstuhl bilden, im Prinzip auch den heutigen Ansprüchen gewachsen. Der fehlende Brandschutz konnte weitestgehend durch entsprechende Anstriche hergestellt werden. Ähnlich tauglich erwies sich nach zahlreichen Brandversuchen unter Einbindung der Prüfanstalt Linz (IBS - Institut für Brandschutztechnik und Sicherheitsforschung Ges.m.b.H.) auch die von der Dachkonstruktion im letzten Archivgeschoß abgehängte Gewölbekonstruktion, deren raumbildende Form von einer nur 5 cm starken Korkschale gebildet wird. Die Erhaltung dieser Unterkonstruktion ermöglichte erfreulicherweise auch die Rettung der reichen Putzausstattung der Tonnenkonstruktion in ihrem Originalbestand. Aus brand- schutz- und wärmetechnischen Gründen wurde im Zuge der Generalsanierung auch Schutzdachkonstruktion über dem teilweise bereits geöffneten Dachraum

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