Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - IV. Kultur
158 Kultur 3 Johann Bernhard Fischer von Erlach 1 723 März 24, Wien Testament des Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach Eigenhändig, Papier mit zwei Lacksiegeln, deutsch Hofarchive, Obersthofmarschallamt Testamente Nr. 8/1723 Johann Bernhard Fischer wurde am 20. Juli 1656 als Sohn eines Bildhauers in St. Martin bei Graz geboren. Seine Ausbildung zum Bildhauer erhielt er im väterlichen Atelier in Graz. Sein Interesse galt jedoch schon früh der Architektur; Studienreisen führten ihn nach Rom, Neapel, Prag, Berlin und London. 1687 erhielt Fischer die ersten kaiserlichen Aufträge, im Dezember 1 705 ernannte Kaiser Josef I. den 1696 geadelten Fischer von Erlach zum obersten Leiter des kaiserlichen Bauwesens. Federführend arbeitet er unter anderem an den Projekten zur Umgestaltung von Schönbrunn, der Erbauung der Karlskirche in Wien und der Realisierung der Hofbibliothek mit. Als Angehöriger des Hofstaates unterstand der Oberbauinspektor und Erste Architekt der Jurisdiktion des Obersthofmarschallamtes. Aus diesem Grund wurde sein Testament bei diesem Hofamt hinterlegt. Seinen letzten Willen verfaßte Fischer von Erlach am 24. März 1723 bereits mit zitternder Hand nur zwölf Tage vor seinem Ableben. Im Testament werden seine zweite Ehefrau Franziska Sophia geb. Lechner, seine beiden Töcher Maria Anna Elisabeth und Genoveva Euphemia sowie als Erbe seiner Mobilien und Kunststücke sein Sohn Joseph Emanuel begünstigt. Nach seinem Tod am 5. April 1723 wurde das Testament vom Obersthofmarschallamt am 9. April 1723 publiziert. Irmgard Banger!