Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - IV. Kultur

2 Barocke Monumentalität Kultur 157 1 652, Salzburg Fassade des Salzburger Domes Kolorierte Zeichnung, Beilage zu einer Stiftungsurkunde, signiert H. H. (Hans Hasenerl, Steinmetz aus Salzburg) Allgemeine Urkundenreihe 1652 III 16 Der Salzburger Dom gehört unstreitig zu den bedeutendsten Sakralbauten Österreichs und hat großen Anteil an der besonderen Bedeutung Salzburgs im Rahmen des Weltkulturerbes. Nachdem der Dom beim Stadtbrand von 1598 schwer beschädigt worden war, kam es bald zu verschiedenen Neubauprojekten. Erst als Erzbischof Marcus Sitticus von Hohenems 1614 den oberitalienischen Baumeister Santino Solari (1576-1646) berief, wurde konkret gearbeitet. So entstand ein an oberitalienischen und römischen Vorbildern orientiertes Werk von grandioser Raumwirkung. Die sogenannte 40.000-Gulden-Stiftung des Erzbischofs Paris Lodron ermöglichte die Fertigstellung der Domfassade. Diese wurde nach dem Konzept Solaris ab 1 650 gebaut. Die Zweiturmfassade ist ganz in Marmor verkleidet und mit dem vollen Instrumentarium klassischer Säulenordnungsarchitektur ausgestattet. Die dem Stiftbrief beiliegende Zeichnung ist wahrscheinlich eine etwas später entstandene Reinzeichnung des Entwurfes und weist gegenüber dem bestehenden Bau nur geringfügige Unterschiede auf. Aufgrund ihrer Monumentalität und ihrer gestalterischen Qualitäten blieb die Fassade bis an das Ende des 17. Jahrhunderts ein wirksames Vorbild für den Kirchenbau in Mitteleuropa. Elisabeth Springer

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