1100 Jahre österreichische und europäische Geschichte in Urkunden und Dokumenten des Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1949)
1100 Jahre österreichische und Europäische Geschichte - Transkriptionen und Erläuterungen
Drittens: Gleichwie aber alle Unsere Königreiche und / andere Staaten vorbesagter Massen in ihren bisherigen Be/nennungen und Zustande ungeschmälert zu verbleiben ha/ben, so ist solches insonderheit von Unserem Königreiche Un/garn und den damit vereinigten Landen, dann von denjeni/gen Unserer Erbstaaten zu verstehen, welche bisher mit dem / Römisch-Deutschen Reiche in unmittelbarem Verbände ge/standen sind, und auch in Zukunft die nähmlichen Verhältnisse mit demselben, in Gemässheit der von Unseren Vorfahren im Römisch-Deutschen Kaiserthume Unserem Erzhause er/theilten Privilegien, bey- behalten sollen. Viertens: Wir halten Unseren weiteren Entschliessun/gen die Bestimmung derjenigen Feyerlichkeiten bevor, wel/che Wir für Uns und Unsere Nachfolger, in Ansehung der / Krönung als erblicher Kaiser fest zu setzen, für gut finden w’er/den; jedoch soll es bey denjenigen Krönungen, welche Wir / und Unsere Vorfahren, als Könige von Ungarn und von / Böhmen empfangen haben, ohne Abänderungen auch in / Zukunft verbleiben. Fünftens: Diese Unsere gegenwärtige Erklärung und / Verordnung soll in allen Unseren Erbkönigreichen und Staa/ten, in den gehörigen Wegen unverzüglich kund gemacht, und /in Ausübung gesetzt werden. Gleichwie Wir nicht zweifeln, / dass sämmtliche Stände und Unterthanen derselben diese geg/enwärtige, auf die Befestigung des Ansehens des vereinig/ten österreichischen Staaten-Körpers zielende Vorkehrung, / mit Dank und patriotischer Theilnehmung erkennen werden. [Grill] 71. 1805 Dezember 27, Schönbrunn. Kaiser Napoleon I. von Frankreich ratifiziert den am 26. Dezember 1805 zu Preßburg zwischen ihm und Kaiser Franz II. abgeschlossenen Frieden (nebst Separatartikel): darnach erkennt Österreich Napoleon als König von Italien an und überläßt diesem Venedig, Istrien, Friaul und Dalmatien; Österreich tritt ferner Tirol an Bayern und die Besitzungen in Schwaben an Bayern, Württemberg und Baden ab; dagegen erhält Österreich Salzburg und Berchtesgaden, dessen früherer Besitzer, der Großherzog von Toskana, mit dem von Bayern abgetretenen Würzburg entschädigt wird; die Kurfürsten von Bayern und Württemberg erhalten den Königstitel, Würzburg die Kurwürde; die Würde und die Besitzungen des Hoch- und Deutschmeisters sollten in einer erzherzoglichen Linie erblich werden. Orig.-Perg., Buchform, 6 Blätter: (30 bx45-5 h), Blatt 4V. Einband: violetter Samt mit Goldstickerei, in der Mitte: N. — Faksimile verkleinert. Drucke: Martens, Recueil des principaux traités 1. Auflage 4, S. 212; 2. Auflage 8, S. 388. — Neumann, Recueil des trades 2, S. 185. — Meyer-Zöpfl, Corpus iuris 1, S. 65. — Corpus pacificationum S. 8. Regest: Bittner, Verzeichnis 2, S. 71 n. 1485. Ratifikation durch: Kaiser Franz II. 1805, Dezember 30, Hollitsch. — Protokoll über den Austausch der Ratifikation 1806 Jänner 1, Wien (Orig.: Wien, Haus-, Hof- und Staatsarchiv). — Österreichische Zusatzerklärung 1806 Jan., 1, Zusatzvertrag 1806 Jan. 4. 1805 März 30/April 11, Petersburg, schlossen Kaiser Alexander I. von Rußland und König Georg III. von Großbritannien ein Bündnis gegen Frankreich, dem 1805 Juli 28/August 9, St. Petersburg, Kaiser Franz II. beitrat (dritte Koalition). —- In dem nun folgenden Kriege schlug Napoleon I. Österreich und Rußland am 2. Dezember 1805 bei Austerlitz; 1805 Dezember 6, Austerlitz, wurde zwischen der österreichischen und der französischen Armee der Waffenstillstand abgeschlossen (Bittner 2, S. 71 n. 1484), dem dann der Friede von Preßburg folgte. Laprésent article aura la mérne force et valeur que s’il était inséré mot pour mot dans le traité patent de ce jour./II sera ratifié et les ratifications en seront échangées en mérne tem[p]s que celles du traité. Fait et signé ä Presbourg, le vingt six décembre mii hűit cent cinq (cinq nivőse / an quatorze). Signé: Jean Prince de Liechtenstein, Ignace Comte de Gyulai, et Ch. M. Talleyrand. Avons approuvé et approuvons les traité et article / ci-dessus en tous et chacun des articles qui y sont contenus, déclarons qu’ils / sont acceptés, ratifiés et confirmés et promettons qu'ils seront inviolable- ment observés. En fői de quoi Nous avons donné les presentes signées / contresignées et munies de notre Sceau impérial. Au Cháteau de Schoenbrunn. le Six Nivöse an quatorze (27 Décembre 1805). Napóleon x). Le Ministre des Par l’Empereur le Ministre Relations Extérieures. Sécrétaire d’Etat Ch(arles) Mau(rice) Talleyrand x). Hugues de Marétx). [Nemeth ] Rotes Wachssiegel Napoleons I. (D—12-5 cm) an blau-goldener Schnur mit Quasten. 1) Die Namensunterschriften sind eigenhändig.