Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge
lose Officierssöhne im Alter zwischen 9 und 13 Jahren bestimmt. Das Cadettenhaus wurde dann 1756 zur Akademie erhoben und 1769 mit der nach Wiener-Neustadt verlegten Pflanzschule unter dem Namen »Theresianische Militär- Akademie« vereinigt und in den Jahren 1780—1806 »Militär- Cadettenhaus« benannt. Mit der Errichtung des Cadettenhauses wurde gleichzeitig auch die Seelsorge daselbst etabliert, und zur Führung derselben die Weltpriester Johann Sochazi und Johann Kuffler berufen. Nach der Vereinigung der Pflanzschule mit dem Cadettenhause im Jahre 1769 wurden an die Stelle der in der Pflanzschule befindlichen Instructoren 7 Piaristen als Schulpräfecten und einer als Oberpräfect angestellt. Ihre Aufgabe war, die Jugend in der Religion und Sittenlehre, im Lesen und Schreiben, in der allgemeinen Rechenkunst, in der deutschen Sprache, in der Vernunftslehre und Weltweisheit zu unterrichten1). Als Hauskaplan fungierte P. Christian Fengler, nachmaliger Abt von Mölk und später Bischof von Raab, welchem im Jahre 1786 der Piaristen- Ordenspriester Cyprian Kneissel folgte. Ferner wurde im Jahre 1775 das Officierstöchter- Erziehungs-Institut in St. Pölten errichtet und 1786 nach Hernals bei AVien verlegt. Dasselbe gehörte jedoch ebenso wie die im Jahre 1786 vom Kaiser Joseph II zixr Heranbildung des militär-ärztlichen Officiers-Corps gegründete medicinisch-chirurgische Josephs-Akademie in AVien zur civil-geistliclien Jurisdiction. In den Regiments-Erziehungshäusern, welche 1782 errichtet wurden und die Bestimmung hatten, wohlverdienten J) Johann Sw ob oda, Die theresianische Militär-Akademie und ihre Zöglinge I, AVien 1870 S. LII.