Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

146 nach vollendetem Studienlaufe bis zur Berufung auf eine erledigte Feldkaplanstelle in eben dem Kirchensprengel zur Seelsorge verwendet werden konnten. Die Feld-Superiore hatten jährlich dem Apostolischen Feld-Yicar nach den ihnen mitgetheilten Tabellen über die Aufführung und Fähigkeiten der Candidaten genauen Bericht zu erstatten und jede Veränderung ihres Aufenthaltsortes anzuzeigen. Als im Jahre 1801 die Religions- und Studien-Ange- legenheiten Ungarns von jenen der deutschen Erblanden getrennt wurden und die ungarische Hofkanzlei erklärte, dass sie bei der angeordneten Verwendung der Stiftungen nach dem Willen der Stifter außerstand sei, mehr als 8 Militär-Alumnen mit Stipendien zu versehen, geschah die Änderung dahin, dass der Studienfonds in den deutschen Erblanden 32 und in Ungarn 8 Stipendien übernehmen musste 1). Im Jahre 1802 wurden 10 Stipendien, welche den Feld-Alumnen aus der sogenannten Nordischen Stiftung angewiesen wurden, dem bischöflichen Priesterhause in Linz zugewendet und der Ersatz aus dem allgemeinen Religionsfonds angewiesen. Die Abneigung gegen den Seelsorgedienst beim Militär war aber schon auch wegen der schlechten Besoldung all­gemein, so dass die Stiftungsplätze nie gänzlich vergeben und die erledigten Feldkaplansposten nur mit äußerster Mühe besetzt werden konnten. *) *) Krgs.-Arch. 11—87 ex 1801.

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