Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge
145 werden sollten, um dortselbst einen auf ihren Beruf sich näher beziehenden, eigenen praktischen Unterricht zu erhalten, so dass bei der vierjährigen Dauer der für die General-Seminarien vorgeschriebenen Bildungszeit und dem halbjährigen Aufenthalte im Priesterhause der ganze Stand dieser Zöglinge aus 40 Individuen bestehen sollte. Zum Lebensunterhalt erhielten die Zöglinge ein Stipendium von jährlichen 200 fl., welche dem allgemeinen Studienfonds entnommen wurden. Die ausgebildeten und geeigneten Zöglinge wurden sodann zur Deckung des Abganges an Feldkaplänen bei den Regimentern verwendet. Nach Aufhebung der General-Seminarien wurden die zur Erzielung des erforderlichen Nachwuchses der Feld- Kapläne getroffenen Verfügungen mit dem Hofdecrete vom 29. März 1791 folgendermaßen abgeändert: Bei der vierjährigen Dauer des ganzen theologischen Lehrganges wurden statt acht jedes Jahr zehn Zöglinge für den Seelsorgerstand der k. k. Armee aufgenommen, wovon die eine Hälfte aus den deutschen und die andere aus den ungarischen Staaten genommen wurde. Mit Rücksicht auf die Sprachenverhältnisse in der Armee hatten die Feld-Superiore in Böhmen, Galizien, Ungarn, Steiermark und Nieder-Osterreich unter der Aufsicht und mit Genehmigung des Apostolischen Feld-Vicars jährlich zwei Candidaten aus ihrem Amtsbezirke aufzunehmen, welche dann in dem bischöflichen Priesterhause des Landes durch da§ ihnen angewiesene Stipendium aus dem Studienfonds des betreffenden Landes versorgt wurden, daselbst den theologischen Studien oblagen und von dem dortigen Bischöfe ad titulum missionis castrensis die geistlichen Weihen mit der Bedingung empfiengen, dass sie B i e 1 i k, Geschichte der k. n. k. Militär-Seelsorge. IQ