Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 1. Capitel. Das Apostolische Feld-Vicariat
104 behufs Aufbewahrung, dann das den Feld-Superioren zugestandene Anrecht auf Ehrencanonicate sind auf den Apostolischen Feld-Vicar Pauer zurückzuführen. 5. Josef Alois Schachtner. 1827—1830. Josef Alois Schachtner erblickte das Licht der Welt am 19. October 1758 zu Olmütz in Mähren. Im Jahre 1783 zum Priester der Erzdiöeese Olmütz geweiht, war er in den Jahren 1783—1788 als Cooperator in Dub thätig. Im Jahre 1788 wurde er als Feldkaplan beim Chevaux- legers-Regiment Nr. 1 angestellt, bei welchem er die Regiments-Seelsorge bis zu seiner im Jahre 1808 erfolgten Transferierung zu der Deutschen Noble-Garde versah. In den Jahren 1810—1818 wirkte er als Feld-Superior in Wien, wurde zum Ehrendomherrn des Kathedral-Capitels in St. Pölten, im Jahre 1818 zum Feld-Consistorial-Director und mit Allerh. Entschließung vom 16. Juli 1827 zum Apostolischen Feld-Vicar und im selben Jahre zum Abt in Lébény ernannt1). Sein Ableben erfolgte in Wien am 8. Mai 1830. *) An der östlichen Grenze des Wieselburger Comitates, zu Lébény, früher auch Lyben oder Leiden genannt — derzeit Besitzthum des Grafen Zichy — bestand ehemals die Benedictiner-Abtei zum hl. Apostel Jakob, welche mit Genehmigung des Königs Andreas vom Jahre 1208 von den Grafen Héderváry gegründet wurde. Nach der Schlacht hei Mohács usurpierte dieselbe ein gewisser Balthasar Wetzeszlavecz, der sie bis zum Jahre 1539 behielt. König Ferdinand III verlieh diese Abtei im Jahre 1638 dem Jesuiten-Convent in Itaab. Die Kirche wurde von den Jesuiten renoviert und daneben ein Convent aufgeführt. Die noch heute bestehende und im romanischen Stile gehaltene Kirche zählt zu den schönsten und monumentalsten Kunstbauten Ungarns. Seit Aufhebung des Jesuiten-Ordens dient