Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 1. Capitel. Das Apostolische Feld-Vicariat

105 6. Vincenz Billig. 1831—1832. Vincenz Billig wurde am 2. April 1777 zu Tesclien geboren; absolvierte seine theologischen Studien als Zögling des Feld-Alumnats und wurde im Jahre 1800 zum Priester der Diöcese Breslau (österr. Antheil) ad titulum missionis castrensis geweiht. Im Jahre 1803 wurde er zum activen Dienste berufen und als Feldkaplan beim Infanterie- Regimente Nr. 7 angestellt, mit welchem er die zwei mörderischen Schlachten bei Caldiero (1805) und bei Hausen am 19. April 1809 mitmachte, und für seine in diesem Feldzuge erworbenen Verdienste mit dem silbernen geistlichen Verdienstkreuze ausgezeichnet wurde. Im selben Jahre wurde er zur k. k. Arciéren-Leibgarde als Garde- Kaplan übersetzt und im Jahre 1814 zum Feld-Superior in Graz und zum Ehrendomherrn des Kathedral-Capitels in Seckau ernannt. Als solcher wirkte er bis zu seiner im Jahre 1827 erfolgten Ernennung zum Feld-Consistorial- Director. Nach Ableben des Apostolischen Feld-Vicars Schachtner wurde er am 28. Februar 1831 unter gleich­zeitiger Verleihung der Abtei ín Lebeny zum Apostolischen Feld-Vicar ernannt, schied aber schon am 22. September 1832 im 55. Lebensjahre aus dieser Welt. dieselbe als Pfarrkirche. Laut Tradition soll diese Kirche — welcher die Päpste 1635—1699 manche Ablässe concessionierten — im Besitze eines in Jerusalem angefertigten Altars gewesen sein, welcher die liaupsächlichsten Momente aus dem Leben Jesu in Elfenbein geschnitzt darstellte. Dieser Altar wurde später an die Erz-Abtei zum hl. Martin verschenkt. Als Kaiser Josef II den Benedictiner- Orden aufhob, wurde dieser seltene Kunstschatz um den Spottpreis von 20 und einigen Gulden vergeudet. (Vergl. Kupp, Magyarország heljTtajzi története I, Pest 1870 S. 491.)

Next

/
Thumbnails
Contents