Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 1. Capitel. Das Apostolische Feld-Vicariat
97 6. Die Mitwirkung bei Errichtung der ärarischen Feldkapellen und der Garnisons-, Spitals- und der in den Militär-Erziehungs- und Bildungs-Anstalten befindlichen Kirchen und Kapellen, sowie bei Anschaffung der für dieselben nöthigen Paramente und Gefäße. Der Apostolische Eeld-Vicar erhält jährlich am Schlüsse des Jahres die vorgeschriebenen Qualifications-Listen über alle Militär-Geistlichen in duplo, legt davon ein Exemplar dem Reichs-Kriegs-Ministerium mit den etwa nothwendigen Anträgen und Bemerkungen vor, um wichtigere Gebrechen abzustellen oder unwürdige Geistliche zu entfernen. Dem Apostolischen Feld-Vicar ist auch das Inspicierungs- recht eingeräumt, um sich die Überzeugung zu verschaffen, ob für die religiösen Bedürfnisse überall in entsprechender Weise gesorgt wird, und ob alle Militär-Geistlichen ihre Pflichten genau erfüllen. Um stets in vollständiger Kenntnis des Zustandes der Seelsorge zu sein, erhält der Apostolische Feld-Vicar von den Militär-Pfarrern (vor dem Jahre 1869 von den Feld- Superioren) vierteljährig die Gestions-Protokolle über alle in ihrem Amtsbereiche verhandelten Gegenstände zur Einsicht. Er übernimmt die Original-Matrikeln von allen aufgelösten Truppenkörpern und Anstalten zur Aufbewahrung und zum Amtsgebrauche. Ebenso werden die Matrikel- Duplicate beim Apostolischen Feld-Vicariate überprüft und auf bewahrt. § 4. Rang und Gehalt des Apostolischen Fel'd-Vicars. Dem Apostolischen Feld-Vicar war bis zum Jahre 1855 kein bestimmter Rang angewiesen. Derselbe bezog einen Gehalt von 6000 fl. aus dem Cameral-Fonds und hatte freie Unterkunft in dem Vicariatshause. Bielik, Geschichte der k. n. k. Militär-Seelsorge. 7