Petőfi gyüjtemény - B sorozat / 45-ös doboz
©turnt für öffetttlidjeS öe&eit, £>öttÖel unD ituttlidje $ev(aut&antttiie»t. fltolto: SBaprfyeit, fjrtifjetl uns Stefonnenfteit ftnb bie ©rmifcprmjipien unjete« ©Itfbtnä. ®ä4 „Or*vio/*er Woohenblatt“ eridbeint jeben ®puntag früß unb foftet mit freier 3ußettung in’S §auS ober freier ißoflserfcnbung oierttliäßrig 1 fl. lä fr., ßalbjäßrig 2 fl. 30 fr., ganjjäßrig 4 fl. (0 tr.— Prinumarationen unb Inaarate werben angenommen in ber Buohdruokarei Karl Wundar in Oraoicja SJnferate auswärtiger $ir>-------------------------------------------i-------—------------------— m en entweber bireft, ober burd) atte foliben ännoncen * Cjpebitionen beS 3n"- U1<® ÄuSlanbeS. — Manuscripts werben nießt jurüdgejenbet, Inserate werben biHigft berechnet unb fofiet bie b r e i f p a l * 11 g e petitjeiie ober beren SRanrn bei einmaliger SinfCbaltnng 6 Ir., bei jroeinuiliger (Sinfdjaltung 5 tr., bei breimaCigcr ffiinfdjattung 4 tr. Jahres-Aufträge unb Boilagegebühren werben uad) Uebereinlommen ßonorirt. — ©temuelgebitbr für jebeSmaligeS (irfcbeineii einer Sin* nonce 30 fr. — Offener Spreohsaal unb Eingesendet bie geile 10 fr. 3nferate unb Beiträge aller Krt werben bis (ängftenS fgreitag 3Jtit, tag erbeten. — Correspondenzen aus Per Umgebung womiSglicfc eßet. Nr. 47. ©raoic^a, 20. üonember 1892. XXL Jahrg. &ie 2lufflabe ber Jouvnrtliftif. ißacßfteßenb veröffentlichen mir eintii unter obigem Ditel uns gugefommenen, anfterorbentlicß gut gehaltenen Mrliftl au* ber ffrrbcr beS 3R.»(S8ifloVaer SeßrerS Hni- Bola Birten ßt ne r. Derjelbe jcßilbert in trcffertbcn SBortcn, tuie bir „freie fßreffe" Von manchen „Journalen" geßanbßabt wirb unb er hat bamit mcßt unrecht, beim ba§ ©canbali* firen in ben ßeituugen nimmt immer mehr überßanb, babei wirb meber auf Slnftanb, nod) auf ©itte gefeßen, fonbern in ben müfteften VluSbrücfen gefcßimpft, in bem ©laubtn, bamit üffect gu machen. 28ir taffen übrigens ben Berfaffer bei 5lftifel8 nun fetbft weiter fprecßen. Derfelbe fd^reibt: Sl ift bem für wapre, geläuterte Freiheit unb etßijcßr SBoIflbilbung fießßingehtnbrn, warm befeelteu geitgenoffen r«ßt büfter gu ÜKutße unb ein bitteres, ßerbeS, weßmütßige* ©ffüßl überfömmt ihn, wenn er gu feiner (Siittäufd)ung moßrntßnmi muß, wie bie fonft foftbarfte, weil ^errlic^fte ©penbe ber ©onftitution, bie freie fßrejfe, anftatt gnm Heile ber fich emporringenben SRenfcßbeit, leiber gu bereu Unfegen entartet, entroürbigt wirb unb in ben Schlamm ßerabgegerrt im ©eßmuße verfinft. Bom (Erhabenen bis gnm profanen ift nur ein ©chritt. Sine ©abe, bie angethan ift, eine SBelt ju beglüden, follte bieje nit^t in ben Untergang entrüefen. SBit hehr erßebenb unb erbauenb belebt uns fdjon bie ©ewißßeit, bah bie redhtfehaffene, lautere fßnbligiflif, baS unbejahtbare^eiinhriftthum, in aßererfter, eminentefter Dieiße ben Beruf unb ftmtd hat, baS 23oIf in bem in ber Schule genoffenen Unterricht ju feinem grommen weiter fort gu bilben, aufguflären unb gu lehren, gu unterweifen, welche ißfabe eS fich bahnen uub auf welches gut eS loSfteuern joU, um fein mühegeplagtes (Erbenbafein, fo viel nur rnög* lieh, i« erleichtern, verbeffent unb verfdjönern, in hilfreicher, wechfelfeitiger Berftänbigung unb liebeooHer, gartcr (Eintracht bal ßeben meufeßenmürbig ju gehalten — gum ffioßle Stier. Der fßubligifteu güßrer-Seuchtf, ihre Devife, ihr SBaßl* fpruch follte immer lauten: Safft uns ringen ernft unb weich 9Rit humanen SBaffen Unb wir »oU’n ein Himmelreich 2luS ber ®rbe feß affen. 2öir haben feinen BitbungS'Beßelf, ber gur aUgemei* neu BolfSnnterweifung fo jwecfentfprecfjenb unb förberücß wäre, all bie ehrliche Sournalijlif, bie gewähltere, honette , 3eitfcßriften*8iteratur. Seber äRenjcß von SnteHect unb 3n* i telligeng ßungert bantaeß. guerft gießt unS bie ÜReugierbe ber .geitungS-Sectüre an — unb baS gefleht täglich — bann, einmal bation gefoftet, bie DagtSereigniffe burchfehaut, reißt uns bie Scfcluft mit fich fort unb wir lefen auch anbere Borfomraniffe unb aufflärenbe bilbenb-unterßaltenbe Sr* tifel, bie immer angethan fein follten, itnfer ©ernütß ethifch unb äftßetijd) gu läutern unb gu üerebcln. Dem ift aber nicht fo. Seiber verjünbigen fich nur gu oiele fogenannte fRevolver* Sournaliften an ber ehrlichen, bieberen Sufflärung beS BolfeS, unterwühlen mit ihrer un= glücffeligen SRaßuliftif bie Bürger, befchwören eine gügel* unb ßeiltofe 2lnard)ic in'S Sanb unb heften bie Seutr in SUeS oernichtenbe ^Revolutionen' hinein. SS ift wohl nichts leichter, als baS liebe (ba nnb bort noch unfchulbige, unberborbene, friebtiebenbe) föolf aufjufta* (heln, ba| eS o«6er 9lanb unb IBaub geräth, aber, ift baS fDtalheur angevichtet unb baS Unheil heraufbefchworen, baS* felbe Siolf bann mieber in’S ruhige ©eleife jurüctjuftthrcn : 3)aS oermögen bie SBenigften. 0 bu grofeer ©utenberg, fönnteft bu wieber jurüd-^ fehren, ju fcfjaueit, waS bu §errlicheS, SrhabeneS gefchaffen haft! — fDeine Weltumgeftaltenbe Srfinbnng hat niegeahnt großartigen ©egen, aber leiber auch eben io coloffaleS lln= heil gebracht. 2>ein impofanteS iDieiftermerf aller ÜDieifter» werfe hat in bie SSelt ein neues1’, gauj anbereS, üoii bem ehemaligen grunboerfchiebeneS fDienfchengefchlecht cingcfe^l; hat ben urgrauen fßlanet, ben SrbbaU, aus feinen gugeu unb Sngeln gehoben unb fo uingeftaltet, baß faum mehr ein ©lein bem anbern gleicht. ®eiue 9tiefenf^öpfung hQt aus ber @rbe einen H>iwmel gefeßaffen, aber leiber, leiber! auch eine H>öHe her0t,r9eJaubert. SBie biel Unheil hat baS rabuliftifcije ©chriftthum — hier im engeren Sinne bie ränfefüchtige fßubli^iftif — fdjon angerid)tft, wenn 9leib, Soweit, SRißgunft, ethifeße SSerfom* menheit unb Unvernunft bie grber führten! ®cr bebeutenbe SRenfcheiifennrr Sfnigge fagt: „Se mehr hervorleuchtenbe ebte Sigenfdjaften ein ÜJtann hat, um befto gewiffer fami er ba« rauf rechnen, Don ber ©djcelfucht feßwadfer unb fcßlecßter SRenfcßen manches ertragen ju müffen unb bie, welche bie allgemeine Stimme ber ÜRaffe für fieß ßaben, fiitb meiften» tßeilS bie mittelmäßigftcn Srute . . ®iefelbe SChatfacße erhärtet bet große Genfer unb fßßi* lofoph Sl. ©^openhaner mit bem 9lu3fprud)e: „. . . alle ßeit unb überall, in allen Sagen unb SSerhältniffen, haßt Söe= feßränftheit unb®ummE)eit nichts auf ber 2ßelt fo innigtieß unb ingrimmiglicß, wie ben SSerftanb, ben ©eift, baS Jalent. . . . Unb welcße furchtbare ÜJlajorität ßat fie (nämlich bie Söefcßränftßeit) babei auf ißrer ©eite!‘‘ 3ft matt Semanbem abßolb (gleichviel auS welchem immer unlauteren, rohen ©runbe), bejubelt man ißn in ben Leitungen auf bie ver* werftießfte, uieberträdjtigfte Söeije uub ei gibt immer 9le« DolDer=S3lätter, bie folcßen gemeinen Scßmufc unb ©i^unb aufneßmeii. ©ang fo, wie ber erhabene ScßiHer einmal in feinem U n m u t ß e auSrief: „üöotlt ißr jugleicß ben Sfin* bern ber äßelt unb bem ißöbel gefallen ? Ültalet bie 2öot)l* luft — nur malet ben leufel baju!" S5a8 aber, liebe ßefer bäueßt mir, ift am SlUerwrnig* ften bie Stüfgabe unb baS Streben ber honetten ßfitungS- Siteratur, fonbern ift berfetbni gerabe juwiberlaufenb. — $aS h'E6e nid)t baS SSolf weiter bilben, fonbern vetwil* ben; unb nidjt anfflärett, fonbern bie anftänbtge ^Sreffe enteßren uub baS Obere ju unterft feßren. SDarttm, o genialer ©utenberg! SSäre eS fDir gelungen, ben Derberbenbräuenbeti Unfegen, ben bein ©ötterwerf neben feinem unfaglicßen Heile leiber mit innehat, auSjutreiben; aljo hätteft bu eS vermocht, biefen ©atanaS nnb ©eelen* Würger gu vernichten, feine ÜJ'enfdjnmTfrit wäre ber ®ei* nen gleicß. Die erleuchteten ©eifter: 3atneS SBatt, Äolum« bnS, 51. Humbolbt, Sbifon, ©eßmarg unb anbere Hmien ber Sunft unb SBiffenfißaft erfamint unb feßnfen ©roßeS, Unerreichbares, bod) finb bereit SSJerfe nur gmerge gegen Deine Ditaiienerfinbung, gegen bie SSudjbrucferfunft. üben beSßalb ift eS rätßlicß, wenn bie äRannen ber freien fßreffe troß aller Sonftitution unb ungeachtet ber cenfurlofen fßu« bligiftif mit Slcßt unb SBebacßt unb ?lnfianb, mit etßifcßer Jfraft unb gewiffenßaft ißreS erhabenen SlmteS walten; wenn bie berufenen, gottbegnabeteu ÜJiujenföhne nnb Sünger @u* tenbergS: bie ©(ßrtftftftler nnb ©cßriftfeßer ißre ßeitgenof* fen, bie feßlerbetabenen, fthwaeßen ©taubgeborenen, nießt verirren, verwirren unb verführen, bentt baS Heine fdjtvarge Dßpeti'iSolf ift nicht nur in ber g<ubf beS ipöllenfürften angethan, eS fann au^ gu einem fcßretflicßen Heere bon Sugifern auSarten, bie gewaltige 5lrmet von Settern, gewif» ^feuilleton. ??(graut unb Crauicja. Jlgratu, am Dagt nach Uftartini beä SahreS 1892. Hochverehrter Hen Shtf*SRfbafteur beS „Oravicgaet äSocßenblatteS!" Stießt SSermeffenßeit läßt mich bie geber ergreifen, um — ungeachtet beS fläglicßen giaSfo, baS ich als gre* quentant ber Dravicgaer „©ambrinuS-Hocßfchule“ erlebt — ein ©ebiet gu betreten, baS nnt ben gu Siteraten promovirten Slabemifern gegiemt. — Steiii! Die Sßereßrung für biefeS Äultur'Snftitut, bem fo viele Unfterblicße entfproffen, ift el, bie ntieß ermutßigt, Sie fBereßrtefter gu bitten, biefe wenigen ßeilen in Sßrcm 3Belt*®latte aufneßmeu gu wollen. 3m ©eifte 3ßr liebenSwürbigel „Hät tessek!" ver« neßmenb, füßle icß mich ermuntert, eine Spifobe aus bem fo rege pulfirenben Seben JlgramS gu ffiggiren, bie, wenn aitcß nießt feientififeß unferen ©ambrinuS*geften ebenbürtig, fo boeß vom gefeöigeit ©tanbpnnfte verwanbt ift. — Unb icß glaube fein Unrecht gn begehen, wenn icf) eingebenf ber fRebe* unb beS fonftigen ©cßlacßten*), bie in ber ©am* briiiuS-nnH' bei feßäumenbem 33iere gefcßlagen würben, baS 5lgramer 2Bein*geft fcßilbere, gu beffen Snfcenirung bor aßem Slnbeten baS Somite beS Slgramer bürgerlichen Scßü^en* unb Jtafino*f8ereineS folgenbe iu froatifeßer Sauern^Spracße (ebenbürtig bem „Hocßbeutfcß" in „Ur’roiß") verfaßte ßumo* riftifeße Sinlabnng in Dritcf erfeßeinett ließ, welcße lautet: „Sehr verehrte ÜBiitger unb föürgerinen SlgramS, bie 3ßr feib ober nießt feib ÜRitglieber beS ftäbtifeßen Schüßen« SßereineS, feib fo fein unb fomntt in unferen ©^üßenßauS» Steller (fonft fßalaft genannt) gura SRartinUgeft be§ 3aßteS 1892 gur 8. Stunbe, jeboeß nießt beS fDtorgenS. Dortfelbft werben wir ttaiß alter Sitte unb S3raucß ben heutigen ÜJt o ft taufen. Hierbei wirb unS bie fDiitfif uitjereS Hau8*9tegtmenteS lauter froatifeße Stoten unb ber fcßäßbare unb feßr verehrte ©efangvereiu „Kolo“ Sieber Vorträgen. SBie bie gange Unterhaltung verlaufen wirb, baS wirb Seber gebrudt am fßapier befommen, bem eS beliebt, fich gu unS gu bemüßen. H*er ^'efe8 iu fa9cn» öermögett wir nießt. 2Ber rintreten miß, muß 10 ©rofeßen (50 fr.) unb mit gcmilie aug 4 ^ßerfonen befteßenb 1 fl. begaßlen. UeberntäßigeS 5lufpußen unb ©äßnen, fowie fd)marge 5lngüge bitten Wir gu Haufe iu laffon, aber bafür nießt vergeffen mitgunebmen gefunbe ©lieber, Stleingelb in ber Dajcße, fowie ein ßeitercS Herä un^ einen grfunben SDtagcn. ©elbftverftaiiblid) wirb matt bann auch Dropfen gegen fcbcS menj^licße Seiben befommen". 9tun fei mir geftattet — oßne aitdß nur im ©eringften ben Dravicgaer SSereinS^Sorporativitni naße treten gu wollen — eine Semerfung gu bitfet Sinlabung maeßen gu bürfen: ginben eS bie löblichen 33ereiuS*2eitungen nicßl feßr praftifcß, empfeßlenSwertß unb nachaßmungSwürbig, baß ber Slgramer bürgerliche ©cßüßen* unbßafino*3Jerein — ungeachtet ber eigens für biefen 5lbeub feftlicßen 9luSfcßmüdnng, finniger Deforirung unb eleltrifcßer Seleucßtung ber ©äle buteß einen eigenen, nur an geft=Slbenben fuuftionirenben Dampf* ÜJtotor, ferner SDiilitär-fKufif, ®efangS*fßrobuftion unb fcßließ« ließ Davgfrängcßen — ein Sutröe von nur 1 fl. für einegamilit von 4 Sßerfonen beftimmt ? — ©ewiß feßr praftifcß, weil ßieburcß nießt nur ein feßr gaßlreicßer SBefud) ergielt, fonbern auch eine ßeiterere Stimmung gefeßaffen würbe, wäßrenb ein Sntree von 1 fl. per fßerfon fo manchen minberbemit* leiten gamilien«SSater, wenn aneß nießt von ber Dßeilnaßme an einem mit fo reichem Programm auSgefiatteten 53ergnü* gungS*2lbenb gänglicß abgeßatten, fo boeß nteßr ober weniger Vcrftimmt ßätte. — Sitte alfo : „iRij für ungut!" «Schließlich erlaube ich wir ben Verlauf beS gefteS — an welcßem tßeilguHeßmen icß bie ®ßre hatte unb baS ßier* gutanbe, feßon beS auSgebreiteten SBeinbaueS wegen, feßr volfStßümtich ift — in Sfürge gu fcßilbern: ©cßott bie äußere Seleucßtutig ber ißereinS«Sofalitäten bureß eine eleftrifdje ©onne, weldje Sicßtfunfen fprüßte, war impofant, nicht miitber bie eleftrifcße Beleuchtung beS feßr geräumigen Dang-SaaleS, welcher an feinen SäugSfeiten bureß transparente 2Beinfäffer*3mitationen in einen veritablen I Steller von riefigen Dimenfionen utngewanbelt gu fein fdjie»; *) „ßiterarifeße" 9JeremS-@sf)tprinfidilacf)ten.