Erdő Péter - Rózsa Huba: Eschatologie und Jahrtausendwende 2. Deutsch-Ungarischer Theologentag Budapest, 3. März 2000 - Studia Theologica Budapestinensia 26. (2000)
Pál Bolberitz: Thanatologie und Eschatalogie
der „Umgehung" des Problems des Todes leben kann, aber in den Grenzsituationen des Lebens ist der Mensch gezwungen, sich mit den grundlegenden Fragen zu konfrontieren: Warum er lebte und warum er stirbt? J. P. Sartre meinte, der Sinn des Lebens sei bloss, dass sich der Mensch verwirklicht und wenn es anders nicht geht, sogar auch auf Kosten der Freiheit von Anderen. Sartre sieht in dem Tod ebenfalls nichts anders, als eine Vernichtung, weil seines Erachtens das Sein absurd ist. Der Mensch kann auf der Erde eine einzige authentische Tat vollziehen und dies ist der Selbstmord - kündet in ähnlichem Sinn Albert Camus. Obwohl die erwähnten Autoren das Problem des Todes pessimistisch auslegen, weisen trotzdem darauf zutreffend hin, dass der Sinn des Todes nur seitens des Sinnes des Lebens richtig erklärt werden kann. Hätte das Leben keinen Sinn, kaim der Tod, als Ende des Lebens ebenfalls nur sinnlos sein. Es gibt auch solche Richtungen, welche das Leben und den Tod optimistisch erklären, obgleich ihre Auffassungen nicht in der christlichen Offenbarung wurzeln. Sie lehren, dass der Mensch ein gemeinschaftliches Seiendes ist und als Teil der Gesellschaft er sowohl in seinem Leben, als auch in seinem Tod nach seiner gesellschaftlichen Bedeutung geschätzt wird. Somit lebt der Mensch nach seinem Tod in seinen gesellschaftlichen Taten und im Gedächtnis der Gemeinschaft etwa „ewig" fort. Diese optimistische Auffassung vernachlässigt die Personalität des Menschen, demzufolge kann sie nicht die Frage beantworten, was mit seiner einzigen und unwiederholbaren Persönlichkeit nach dem Tod los wird. Die heutigen thanatologischen Observationen widerspiegeln sowohl die pessimistischen, als auch die optimistischen Einstellungen über den Tod. Die sogenannten, „in der Nähe des Todes" entstandenen psychologischen Interviews entdecken die den Tod ablehnende, diesen wütend empfangene und dann pinselnde, depressive und schliesslich resigniert annehmende Stellungnehme des Sterbenden,15 gleichzeitig berichten sie aber auch von irgendwelcher Hoffnung. Aus der pessimistischen Attitüde ist darauf zu schliessen, dass der Tod im Denken des Kranken ein abstraktes Geschehen ist, das nur mit dem Anderen, mit ihm aber nicht passieren kann. Demgegenüber erscheint die optimistische Hoffnung in dem Fall, wenn es dem Sterbenden gelingt, den positiven Sinn seines Lebens zu erkennen und 15 Vgl. E. KÜBLER-ROSS, On Death and Dying, Cap.IIl-VIII. 82