Erdő Péter - Rózsa Huba: Eschatologie und Jahrtausendwende 2. Deutsch-Ungarischer Theologentag Budapest, 3. März 2000 - Studia Theologica Budapestinensia 26. (2000)

Pál Bolberitz: Thanatologie und Eschatalogie

Entwicklung-Fortschritt-Theorie in öfters falsch interpretierten Ausdrücken von Teilhard de Chardin, der deswegen sogar auch des apokastasis panthon verdächtigt wurde.10 11 Es kann nicht bezweifelt werden, dass das Zweite Vatikanische Konzil der katholischen Eschatologie einen neuen Schwung gab, als es neue Gesichtspunkte in den Vordergrund stellte. Das VII. Kapitel der dogmatischen Konstitution „Lumen Gentium"11 hebt den escha- tologischen Charakter der pilgernden Kirche hervor. Früher war das Kennwort der Verkündigung über die letzten Dinge: „Rette deine Seele!" Damals wurden der individuelle Charakter des Heils, die bloss juridischen Aspekte des göttlichen Urteils, sowie die Drohung mit der Hölle vom Pastoral (was viele in den Beichstuhl führte) viel schärfer betont, während die Aspekte der Erfüllung des menschli­chen Lebens und die Hoffnung auf die Heimkehr ins Himmelreich einigermassen vernachlässigt wurden. Allem Anschein nach ist es je­nen Ideologien gelungen, sich zu verbreiten, welche Zukunft-Utopien menschlicheren Charakters anbieten. Demgegenüber legte das Zweite Vatikanische Konzil - während es den sündigen Zustand des Men­schen nicht negierte, und betonte, dass die endgültige Erlösung nur von Gott zu erwarten ist - einen grösseren Akzent auf die kollekti­ven Elemente des Heils, sowie auf die Erfüllung der Hoffnung der ganzen Kirche in der Vollentfaltung vom Gottesreich im Himmo. Ausserdem betonte es auch die kollektiven Aspekte des für "den Gläubigen verbindlichen Bemühens um die Heiligkeit und f jichzei- tig wurde auch die Wichtigkeit der in dem Glauben wurzel iden und in der Liebe geübten übernatürlichen Hoffnung, die auf Gottes un­endliches Erbarmen hofft und ihr Endziel in ihm erre^nt, ebenfalls hervorgehoben. Dieser Geist widerspiegelt sich ebenfalls in der Eschatologie der neuen Römischen Katechese,12 während sie die Ele­mente der traditionellen Eschatologie auch bewahrt. Sie hält für wichtig das Bemühen um das individuelle Heil, ausser den kollekti­ven Aspekten betont auch die Bedeutung der individuellen morali­schen Verantwortung und bekennt eindeutig, dass „es dem Men­schen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Ge­10 P. Teilhard de CHARDIN, L'énergie humaine, Ed. Du Seuil, Paris, 1962 11 CONC. VAT. IL, Lumen gentium, Cap. 7. 12 Catechismus R. Cath. Eccl., 1992. Art. 1015-1019 79

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