Fejér György: Az ember' kiformáltatása esmérő erejére nézve. Vagy is: a' közhasznu metaphysika (Pest, 1843) - M.840

45 gestatteten Freiheit des Willens ahzuleiten. W'as uns in Irrthum stürzt, sagt er, ist der Wille. Wir sind frei, damit wir uns davor hütten, nicht im Irrthü- mer, und in alle die Uebel zu verfallen , welche auf den Irrthümern entspringen. Es entsteht Irrthum, wenn man die Regel Übertritt: nur denjenigen Sät­zen seine volle Bestimmung zu geben , welche so einleuchtend wahr erscheinen, dass man ihnen die­selbe nicht verweigern kann , ohne eine innere Un­lust, und geheime Vorwürfe der Vernunft zu em­pfinden. Nach Berkeley, einem Englischen Metaphy­siker , sehen wir Dinge der äusseren W'elt nicht in Gott, sondern durch Gott, durch göttliche Hervorbringung der Vorstellungen in uns. Es muss ausser unserem Geiste ein von ihm Unabhängiges , als Ursache der Vorstellungen von der Sinnenwelt angenommen werden, von welchem der Geist selbst abhängig, und bestimmbar ist. Dieses auf den Geist einwirkende kann aber in seinem Wesen nicht der Natur des Vorstellens entgegengesetzt (heterogen ) seyn, wie die materiellen Substanzen zu denken waren. Der Grund der Vorstellungen mus3 dem Geiste verwandt, selbst Geist, aber ein absolut über­mächtiger seyn. Gott ist es, dessen Ideen wir in den Sinnes Vorstellungen (der Natur) anschauen; er ist das einzige wahrhafte Obiect unsers Bewusstseyns i denn die Natur ist die alleinige Vermittlerin alles anderweitigen Wissens. Die Auszendinge sind nur Ideen , die in sich selbst das Gepräge tragen , nur des höchsten, absoluten Geistes Ideen zu seyn, die also das Daseyn eines solchen uns unmittelbar be­währen. Gott selbst seine Ideen, und sich dadurch unserem Geiste offenbarend , gewährt uns das Schau­spiel der unendlichen Sinnenwelt. Durch Gott schauen wir Alles, und ihn selber, in wiefern über­haupt ein Geist anschaubar ist, nämlich in seinen W erken, den Ideen. Gott selber an sich bleibt ver­borgen. — Bildlich kann man sagen: nach Male­branche ist Gott der Spiegel, in welchem wir end­liche Geister die Wesen der Welt schauen; nach Berkeley aber ist jeder endliche Geist ein Spiegel, auf welchem die göttlichen Ideen sich abdrücken, und dadurch die Wahrnehmung hervorbringen.

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