Folia Theologica 22. (2011)

Kuminetz Géza: Rechtliche, religonsphilosophische und psychologische Gesichtspunkte der Busse

68 Géza KUMINETZ erörtern, weil dieser grundsätzlich theologische Problemenkreis richtig nur durch eine solche synthetische Anschauungsweise zu begründen ist. Die Frage der Reue beziehungsweise der Vergebung der Sünden ist vielleicht die wichtigste, richtig zu beantwortende Frage und das grösste Gewissensproblem der verantwortungsvoll denkenden Men­schen, ungeachtet davon, dass der moderne Mensch darauf heute standen. Die Sünde ist eine Abwendung vom Gott und eine Hinwendung zu den Gütern der geschaffenen Welt (Thomas von Aquin). Diese Definition braucht heute eine Erklärung: „Es handelt sich (...) nicht darum, (...) dass die Hinwendung zu den Geschöpfen schlecht oder sündhaft wäre. Die Geschöpfe sind gut und wertvoll. Die Mitmenschen müssen ausdrücklich geliebt werden. Der christliche Mensch soll zu der Welt, in der er lebt und zu der er gesendet wurde, sogar intensiv hinwenden,. Jedoch nicht trotz Gott, das heisst genauer gesagt: nicht den Willen Gottes verleugnend! Weil dieser Willen das Heil des Menschen und der Welt beabsichtigt". Vgl. Boda, L., A keresztény nagykorúság erkölcsteológiája [Moraltheologie der christlichen Volljährigkeit], Budapest 1986. 416- 417. Die Sünde ist „eine absichtliche Verletzung des göttlichen Befehls, das heisst eine absichtliche Verachtung des verpflichtenden göttlichen Willens". Vgl. Catrein, Gy., Erkölcsbölcselet [Moralphilosophie], I. Temesvárod 1900. 392. Die Sünde ist moralisch eine schlechte und böse Handlung, eine Unordentlichkeit und Gesetzverletzung, die Mangel an dem Guten, und die Hässlichkeit der Sünde wird am deut­lichsten durch die Todessünde gezeigt. Diese Sünde ist die Verletzung Got­tes, Unfolgsamkeit, Gottes Verachtung, Ungerechtigkeit und Bosheit, Und­ankbarkeit Gott gegenüber, Grausamkeit gegen Gott, Wagemut und Hoffart, Selbsthass, Torheit, Albernheit und Dummheit und eine Handlung gegen­über der Natur. Vgl. Müller, E., Katholikus erkölcstan [Katholische Moral­lehre], I. Budapest 1876. 499-503. Die Sünde ist „eine bewusste und absicht­liche Verletzung des Gesetzes von Gott (...) Wenn jemand Gottes Gesetz verletzt, wird der Wille Gottes beeinträchtigt (offensa) und ein Unrecht (iniuria) gegenüber Gott begangen. Die Beeinträchtigung und Rechtswidrig­keit bringt Gottes Missfallen und Strafe mit sich. Eine Sünde entsteht in dem Falle, wenn eine Gottes Gesetz überschreitende Tat in der Erkenntnis der Bosheit der Handlung, das heisst absichtlich vollgezogen wird. Es ist jedoch nicht notwendig, die Bosheit in der Handlung vollkommen klar zu sehen (advertentia clara et distincta); zur Entstehung der Sünde ist es genügend, die Sündhaftigkeit der Handlung allgemein zu kennen (confusa). Wenn wir im allgemeinen bewusst sind, dass die Handlung moralisch böse oder ge­rade schwierig böse ist, das heisst sie Gottes Willen verletzt, dürfen wir sie nicht anrichten und durch das Anrichten von ihr begehen wir eine Sünde". Vgl. Evetovics, K., Katolikus erkölcstan [Katholische Morallehre], I. Budapest 1940. 131.

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